Zwei Wochen nach dem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub ist der Attentäter laut türkischen Medienberichten gefasst. Die türkische Polizei nahm den Mann bei einem Großeinsatz am Montagabend in einer Wohnung im Istanbuler Stadtteil Esenyurt fest, wie der staatliche Fernsehsender TRT berichtete. Dort habe er sich gemeinsam mit seinem vier Jahre alten Sohn aufgehalten.

Bei dem Anschlag auf den Nachtclub Reina waren in der Silvesternacht 39 Menschen getötet und 69 verletzt worden. Mindestens ein bewaffneter Attentäter war in den Club eingedrungen und hatte auf hunderte Feiernde geschossen. Dem Mann war anschließend die Flucht gelungen. Der "Islamische Staat" (IS) hatte den Anschlag für sich reklamiert; er sei eine Rache für die türkische Beteiligung an den Kämpfen in Nordsyrien.

Terroranschläge in der Türkei

  • 5. Januar 2017

    Mindestens 11 Menschen wurden bei einer Explosion vor dem Gerichtsgebäude in Izmir verletzt, darunter auch Polizisten. Hinter dem Anschlag wird die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK vermutet.

  • 1. Januar 2017

    Während eines Anschlags auf den Istanbuler Nachtclub Reina werden mindestens 39 Menschen getötet, darunter 16 Ausländer.

  • 19. Dezember 2016

    Der russische Botschafter Andrej Karlow wird in Ankara von einem türkischen Polizisten niedergeschossen. Die Regierung verdächtigt die Gülen-Bewegung, hinter dem Attentat zu stecken.

  • 17. Dezember 2016

    In der zentraltürkischen Stadt Kayseri sterben durch einen Selbstmordanschlag mindestens 13 Soldaten. Der Attentäter hatte eine Autobombe neben einem Bus mit Militärangehörigen gezündet. Auch hierzu bekennt sich die TAK.

  • 10. Dezember 2016

    Nach einem Fußballspiel im zentralen Istanbuler Stadtteil Beşiktaş töten zwei Selbstmordattentäter der TAK 45 Menschen, die meisten von ihnen Polizisten.

  • 4. November 2016

    Vor dem Polizeihauptquartier in Diyarbakır werden neun Menschen getötet. Die Regierung macht die PKK verantwortlich, doch es bekennt sich der IS. Auch die TAK reklamiert die Tat für sich. Zu der Explosion war es kurz nach den Festnahmen von zwölf Abgeordneten der prokurdischen HDP gekommen.

  • 9. Oktober 2016

    In der südosttürkischen Provinz Hakkâri bringt ein Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen Kleinlaster vor einem Kontrollposten der Gendarmerie zur Explosion. Bei dem Selbstmordanschlag der PKK sterben 18 Menschen.

  • 26. September 2016

    Bei drei Anschlägen der PKK im Südosten des Landes werden insgesamt 17 Menschen getötet, 14 weitere verletzt. Ziel der Angriffe mit Sprengfallen und Bomben waren türkische Soldaten.

  • 12. September 2016

    Eine Autobombe explodiert vor der Zentrale der Regierungspartei AKP in Van. 48 Menschen werden verletzt. Die Regierung macht die PKK verantwortlich.

  • 26. August 2016

    Ein PKK-Attentäter sprengt sich vor dem Polizeipräsidium in Cizre im kurdischen Südosten der Türkei in die Luft und reißt elf Polizisten in den Tod.

  • 17. August 2016

    Durch eine Anschlagserie der PKK auf Sicherheitskräfte im Südosten des Landes werden mindestens 9 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt.

  • 20. Juli 2016

    Ein IS-Attentäter tötet auf einer kurdischen Hochzeitsgesellschaft in Gaziantep im Südosten der Türkei 57 Menschen, darunter 34 Kinder.

  • 28. Juni 2016

    Durch einen dreifachen Selbstmordanschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen werden 48 Menschen getötet und mehr als 200 Menschen verletzt. Die Regierung macht den IS verantwortlich.

  • 8. Juni 2016

    Die Explosion einer Autobombe tötet vier Menschen vor einem Polizeirevier in Midyat im Südosten der Türkei, 30 weitere werden verletzt. Zu der Tat bekennt sich die PKK.

  • 7. Juni 2016

    Durch einen Bombenanschlag werden im historischen Zentrum Istanbuls elf Menschen getötet, darunter sieben Polizisten. Zu dem Anschlag bekennt sich die TAK.

  • 19. März 2016

    Auf der beliebten İstiklâl-Einkaufsstraße im Zentrum von Istanbul reißt ein Selbstmordattentäter vier ausländische Touristen – drei Israelis und einen Iraner – mit in den Tod. Die Behörden vermuten den IS hinter der Tat.

  • 13. März 2016

    Mindestens 34 Menschen werden bei der Explosion einer Autobombe im Zentrum von Ankara getötet, Dutzende verletzt. Auch dazu bekennt sich die TAK.

  • 17. Februar 2016

    Bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf einen Militärkonvoi in der Hauptstadt Ankara werden 28 Menschen getötet. Eine radikale Splittergruppe der kurdischen PKK bekennt sich zu dem Anschlag: Die Freiheitsfalken Kurdistans, kurz TAK.

  • 12. Januar 2016

    Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Touristengruppe im Zentrum Istanbuls werden zwölf Deutsche getötet. Die Regierung gibt dem IS die Schuld für den Anschlag vor der Blauen Moschee.

  • 10. Oktober 2015

    Während einer Friedenskundgebung vor dem Hauptbahnhof in Ankara reißen zwei Selbstmordattentäter des IS 103 Menschen in den Tod. Mehr als 500 Menschen werden verletzt.

  • 8. September 2015

    Ein Minibus mit Polizisten wird von PKK-Kämpfern mit einem Sprengstoffanschlag angegriffen. Es sterben 14 Polizisten, zwei werden verletzt

  • 6. September 2015

    Kurdische Rebellen verüben zwischen Dağlıca und Yüksekova einen Sprengstoffanschlag auf einen Konvoi des türkischen Militärs. 16 Soldaten werden getötet und sechs weitere verletzt.

  • 10. August 2015

    Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in Istanbul werden drei Menschen getötet, ein Polizist und zwei Angreifer.

  • 20. Juli 2015

    34 Menschen werden bei einem Anschlag auf junge kurdische Aktivisten in Suruç an der Grenze zu Syrien getötet. Die Regierung macht die Terrorgruppe "Islamischer Staat" für die Tat verantwortlich.

Die Polizei hatte Fahndungsbilder des Verdächtigen veröffentlicht, auf denen das Gesicht des Gesuchten deutlich zu erkennen ist. Die regierungsnahe Zeitung Sabah hatte berichtet, bei dem Angreifer handele es sich um einen kirgisischen Staatsbürger, der ursprünglich aus Usbekistan komme. Es soll sich nach Überzeugung der Ermittler um einen 34-Jährigen handeln, der einer zentralasiatischen IS-Zelle angehöre. Die Polizei meldete vor einigen Tagen, sie habe den Attentäter identifiziert, machte aber keine detaillierten Angaben.

Sabah veröffentlichte auf Twitter Fotos von der Festnahme, die "den Terroristen und seinen kirgisischen Freund" zeigen sollen. Darauf ist ein Mann mit Blut im Gesicht zu sehen, der am Hals festgehalten wird sowie ein zweiter Mann, der auf dem Boden liegt und dessen Kopf mit einem Stiefel auf den Boden gedrückt wird. Laut der Zeitung Hürriyet soll der Verdächtige zunächst ärztlich untersucht und dann auf einer Polizeistation vernommen werden.

Weitere Verdächtige festgenommen

Anadolumeldete, es seien vier weitere Verdächtige festgenommen worden. Darunter seien ein Mann kirgisischer Abstammung sowie drei Frauen, zu denen keine näheren Angaben gemacht wurden. Zugriffe gegen weitere potenzielle Terrorzellen dauerten an, hieß es.

Bei der Suche nach dem Täter und seinen Hintermännern ging die türkische Regierung bisher fest davon aus, dass der Mann Hilfe von außen gehabt hatte. Anders sei dieser Anschlag nicht möglich gewesen, hatte Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gesagt. Die Tat erscheine vielmehr wie "eine Geheimdienstoperation".

Erst am Freitag hatten die türkischen Behörden Untersuchungshaft gegen zwei zuvor festgenommene ausländische Verdächtige angeordnet. Anadoluhatte gemeldet, bei ihnen handele es sich um Uiguren aus China. Die Uiguren sind eine muslimische Minderheit in China, die sich dort unterdrückt fühlt. Die Türkei setzt sich seit langem für sie ein; China wirft ihr vor, geflüchteten Uiguren türkische Reisepässe auszustellen.