Durch die Explosion einer Autobombe in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 45 Menschen getötet und mehr als 49 weitere verletzt worden. Das teilte ein Sprecher der Sicherheitsbehörde mit. Laut Polizei war die Bombe in der Nähe eines belebten Markts für Gebrauchtwagen im südlichen Stadtviertel Bajaa detoniert. In dem Viertel war bereits am Dienstag ein Anschlag verübt worden; vier Menschen kamen ums Leben.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich über ihre Plattform Amaq zu dem Anschlag auf dem Markt. Er sei gegen Schiiten gerichtet gewesen. Die irakische Hauptstadt war in den vergangenen Monaten immer wieder Ziel von Anschlägen des IS. So hatte erst am Mittwoch ein Selbstmordattentäter in der Nähe des mehrheitlich schiitischen Viertels Sadr City im Norden der Hauptstadt ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug zur Explosion gebracht und mindestens zehn Menschen mit in den Tod gerissen. Auch zu diesem Anschlag hatte sich die IS-Miliz bekannt.

Die Extremisten stehen wegen einer Militäroffensive auf ihre Hochburg Mossul im Norden des Landes unter Druck. Sie versuchen, die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten im Land anzuheizen und die fragile Sicherheitslage im Irak weiter zu destabilisieren.

Flüchtlinge - Tausende demonstrieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan und in den Irak Die Länder seien zu gefährlich, deshalb sei es unverantwortlich, Menschen dahin abzuschieben, sagen die Protestierenden. Die Bundesregierung hat im Oktober trotzdem ein Rückführungsabkommen mit Afghanistan abgeschlossen. © Foto: Georg Wendt/Reuters