Was das nationale Bewusstsein ausmacht, das Rechtspopulisten derzeit allerorts heraufbeschwören, hat das Pew Research Center in einer transnationalen Umfrage zu ergründen versucht. Ein Ergebnis: Der Geburtsort spielt keine entscheidende Rolle für eine nationale Identität. In der Umfrage des Instituts wurden Menschen aus 14 Ländern dazu befragt, wann sie eine Person als "wahren" Zugehörigen ihrer Nationalität anerkennen. Wichtiger als die Herkunft erschien den meisten Befragten das Beherrschen der jeweiligen Landessprache.

Nur 13 Prozent der befragten Australier, 21 Prozent der Kanadier, 32 Prozent der Amerikaner sowie 33 Prozent der Europäer glauben, dass es wichtig ist, im "eigenen" Land geboren zu sein, um der jeweiligen nationalen Identität angehören zu können. Eine Ausnahme bildeten Ungarn, Griechenland und Japan, wo etwa die Hälfte der Befragten angab, der Geburtsort sei für das Nationalbewusstsein ausschlaggebend.

Die Akzeptanz von Menschen mit Migrationshintergrund als Teil der Nation ist allerdings an gewisse Auflagen gebunden. So empfand es ein Großteil der Befragten als wichtig, dass Menschen die Landessprache beherrschen. In Europa waren es etwa 77 Prozent.

Auch das Teilen von Traditionen wird von etwa der Hälfte der Befragten als wichtig empfunden. Religionszugehörigkeit spielt für Amerikaner eher eine geringe Rolle: 32 Prozent gaben an, es sei notwendig Christ zu sein, um Amerikaner zu sein. Bei den Griechen waren es 54 Prozent, in Schweden empfanden dagegen nur sieben Prozent Religionszugehörigkeit als ausschlaggebend.