Thomas Fischer ist Bundesrichter in Karlsruhe und schreibt für ZEIT und ZEIT ONLINE über Rechtsfragen. Weitere Artikel seiner Kolumne Fischer im Recht finden Sie hier – und auf seiner Website.

Liebe Leserinnen und Leser,

die Sicherheit unserer Polizeibeamten war Gegenstand dieser Kolumne der vergangenen Woche. Sie war aber auch Thema einer am 1. Februar in der ARD ausgestrahlten Talkshow der Reihe Maischberger – angeblich jedenfalls. Die Sendung hatte das Thema "Polizisten: Prügelknaben der Nation?". Der Titel ergab wenig Sinn: Weder hatte jemand behauptet, die Polizei müsse stellvertretend für andere eine (gerechte oder ungerechte) Strafe auf sich nehmen (Prügelknabe), noch hatte gar "die Nation" (oder eine Mehrheit von Bürgern) dies gefordert oder befürchtet. Und schon gar nicht beschäftigte sich die Talkrunde mit dieser Frage. Ich kann das beurteilen, denn ich habe sie nicht nur gesehen – ich habe als Gast an ihr teilgenommen. Seither erhielt ich, auf diversen Wegen, Hunderte (!) von Nachrichten, die sich mit den gefühlten Themen der Sendung, dem gefühlten Kolumnisten und der gefühlten Sicherheitslage auf dem Planeten Deutschland befassen.

Briefe aus dem Volk

Nur beispielhaft zitiere ich an dieser Stelle ein paar besorgte Bürger, die sich mit (zutreffendem oder erfundenen) Namen direkt an mich wandten – Tausende der üblichen "Posts" auf irgendwelchen sogenannten "sozialen Medien" gehen, was den Unflat betrifft, noch weit darüber hinaus. Orthografie und Grammatik der Zitate sind aus dem Original übernommen.

Manchen Absender treibt anscheinend vor allem die Person des Kolumnisten um. So schreibt, nur als Exempel, ein unter dem akademischen Grad "Doktor" firmierender Anonymus:

Dick, fett, vollgefressen, leistungs - und erfolglos zeigt sich ein privilegierter Beamter als potentielles Arschloch in der Öffentlichkeit (…) Der Fischer sollte sich schämen, aber dazu wäre ein Scharmbewußtsein Vorrausetzung.

Ein Herr A. N. fügt hinzu:

Da sitzen Sie voll gefressener Fettsack und polemisieren auf einem Niveau und in der Manier eines Roland Freislers. Während jeden Tag unsere Polizei ihren Kopf hinhält, dass leider auch solche Subjekte wie Sie in Sicherheit leben dürfen, beleidigen und diffamieren Sie unsere Sicherheitskräfte. Einfach nur ekelerregend, wie sie es wagen, Ihre perversen, ekelhaften Beleidigungen hier zu äussern. Das so etwas wie sie überhaupt ein Richteramt bekleiden darf, zeigt wie tief dieses Land moralisch gesunken ist. Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte, wenn man einer Kreatur wie Ihnen zuhört. Schade, dass sich die NSU nicht Subjekte wie Sie es eine sind vorgenommen hat. Pfui Deibel Sie sogenannter Richter.

Ein angeblicher Dr. K.-H. Z. äußert:

Herr Fischer, nicht genug, dass Sie öffentlich als Polter-Fischer bezeichnet werden, nein, Sie entblößen sich nicht, im Fernsehen Unqualifiziertes abzuliefern (…). Nehmen Sie einfach etwas ab, dann geht auch Ihr Blutdruck und Ihre bornierte Arroganz etwas zurück.

Ein Herr E. T. (nach eigenen Angaben Unterwäsche-Topmodel), fügt an:

Und solch eine optische Körperverletzung kann mit solchen Ansichten Richter sein? I G I T T !!!!

Und ein gewisser R. V. thematisiert gleich die Frage der Zurechnungsfähigkeit:

In nicht zu weit fortgeschrittenem Stadium hilft auch manchmal noch psychotherapeutische Hilfe um wieder in der Realität anzukommen;

Dem schließt sich ein angeblicher MM. G. an:

Ich habe kurz überlegt, ob ich an Ihrem Geisteszustand zweifeln soll.

Und A. F. merkt an:

Bei den menschlichen Umgangsformen verfügen Sie über ein sehr hohes Defizit. Treten Sie in den Ruhestand und genießen Sie die exorbitante Richterpension.

Nichts gegen sachliche Kritik ad personam – daher unterstützen wir auch gern unseren Mitbürger mit Migrationshintergrund A. R.:

Sie sollten mal lernen die Leute aussprechen zu lassen und Nicht permanent dazwischen reden unmöglich PS: einen Sprachkurs müssen sie auch unbedingt belegen.

Die zahlreichen (versteckten und offenen) Drohungen (mit was auch immer) habe ich jetzt weggelassen – eben bis auf diese eine:

Schade, dass sich die NSU nicht Subjekte wie Sie es eine sind vorgenommen hat.

Selbst so etwas muss man wohl nehmen, wie es kommt und gemeint ist. Beamte im Ruhestand aus Schwäbisch Hall und Königs Wusterhausen, anständige Deutsche, hart arbeitende Volksgenossen und seit 15 Jahren arbeitslose "Spezialeinsatzkräfte für allerhand" haben mit der eigenen Physiognomie und dem unausweichlichen Verfall ihrer deutschen Potenz offenkundig so viele Probleme, dass es den Leser ihrer Zeilen schon fast anrührt. Trotzdem – man muss versuchen, Einzelheiten nur so weit zur Kenntnis zu nehmen, dass einen die Depression nicht ganz übermannt.

Wenn aber ein Kampfsportler und Ex-Polizist aus dem "Mittleren Dienst" namens Nick Hein, der sich in der Talkshow als "Experte" für Sicherheitspolitik präsentiert, einem anderen Teilnehmer der Gesprächsrunde, der seine Meinung nicht teilt, ausdrücklich und vor laufenden Kameras Gewalt androht und dann anderntags im Interview mit Focus Online (Titel: Deshalb drohte ich SPD-Mann Lauer im TV Prügel an) diese Ungeheuerlichkeit nicht etwa bestreitet oder auf eine Überdosis Anabolika zurückführt, sondern darauf, dass das Opfer dummes Zeug geredet habe und ihm (dem Täter) daher "der Kragen geplatzt" sei, und wenn die Verantwortlichen der ARD dazu auch fünf Tage später noch immer nicht Stellung genommen haben, und wenn das Format Maischberger nach diesem Frontalangriff auf die Zivilisation auch fünf Tage später weder sich erklärt noch für die Ausstrahlung entschuldigt hat noch von der ARD als Skandalsendung aus dem Programm genommen wurde – dann müssen wir an dieser Stelle sagen: Unseres Wissens hat es in den letzten 30 Jahren in der ARD kein vergleichbares Ereignis gegeben. Das Schweigen der Redaktion und der ARD zu diesem Vorfall ist abwegig in der Sache, bezeichnend in der Botschaft, skandalös in der Form.

Gefühle

In der Summe wird die Generalbeleidigung gegen den Kolumnisten als Talkgast auch überlagert von einem hybriden Aufschrei der Empörung, der Inhalt, Form, Person und Gefühl vermischt. Auch dafür ein paar (der harmloseren) Beispiele:

Sie sind eine Schande für unseren Rechtsstaat und ihr Amt.

Mit Ihren weltfremden, theoretischen Abhandlungen und Ergüssen tragen in keinster Weise zu einem Erkenntnisgewinn bei; eher im Gegenteil (…) Einzig Ihre verstorbene Berliner Kollegin Heißig hatte diese menschlich wie fachliche Begabung.

Ich bin zu der Überzeugung gekommen das Sie die größte Ungerechtigkeit in unserem Land sind. Ihr Professionales Verständnis von Recht spottet jegliche Beschreibung. Ich kann dies nur mit dem Ausdruck belegen "Sie Rechtsverdreher". Es wird Zeit, so meine ich, das unser Land von solch einem Gesocks befreit wird.

Man sollte euch ALLE, Sie und Ihresgleichen, zum Teufel jagen!! Personen wie sie widern mich an, doch dieses Jahr gibt es bei den Wahlen die Quittung.

Nachdem ich gestern Ihren Auftritt bei "Maischberger" gesehen habe, ist mir noch klarer geworden, WARUM es Kriminelle zu hauf nach Deutschland zieht.

Sie sind für mich nur bemitleidenswert. Ich wette Ihre Meinung würde sich schon ändern, wenn ich hier schreiben würde was ich über Sie denke. Sie sind für mich einfach nur ein ganz widerlicher Selbstdarsteller.

Ihr Dienstort Karlsruhe erinnerte mich wieder an eine unsägliche Aussage des dortigen Polizeipräsidenten. Dieser stellte in einem Interview bei RTL im Herbst 2015 im Zusammenhang mit vielen Diebstählen von Flüchtlingen doch glatt fest, dass er auch stehlen würde, wenn er nichts zu essen hätte! …Zu meiner Person: betriebswirtschaftliches Studium, 64 Jahre alt, Leutnant d. R.

Die Gäste sollten sich missverstehen, anschreien und beleidigen

Die hälfte der Richter gehört auch wegen Ihres Glaubens auch entlassen weil Sie glauben die Verbrecher sind die Unschuldigen. Ich war beim Umbau der U Haft in Freiburg dabei. Was ich dabei gesehen habe, ist mehr als Skandallös. Die Anwälte die für die Ausländer da angommen werden alle von unseren Steugeldern Bezahlt. Abgeurteilt aber nach den Richtern, die kein Deutscher Bürger aber verstehen kann. Aber auch die Richter können über das Urteil frei verfügen, und sind bei wiederholungstätern nie in die Pflicht zu nehmen. Wenn ein Polizeibeamter sich anspucken lassen muß wird nicht mal eine Glage von Ihresgleichen zugelassen. Und das wollen Sie als gerecht bezeichnen. Wenn aber jemand gegen die Richter sich auslässt muß man sich noch von solchen wie Ihen beschimpfen lassen. Wenn ich Gerichtsurteile sehe die in meinem Landgreis gesprochen werden müsten die Bürger sich jeden Richter nach dem Urteil einmal vornehmen. Vieleicht würde dann in der BRD wieder einmal Recht auch Recht sein.

… haben Sie es fertig gebracht, dass ich kopfschütteld vor dem Fernsehgerätes saß als 69 jähriger Beamter im Ruhestand. Ich hoffe nur, dass der normale Richter am Amts- und Landesgericht nicht zu Ihrer Akademikerelite gehört.

Wieso insetieren Sie mehrmals in der Sendung genau an DEM Thema zu bleiben?

Irhe ehemalige und leider viel zu früh von uns gegangene Kollegin Frau Kirsten Heisig, würde sich im Grabe umdrehen wenn sie ihren Auftritt hätte mitansehen müssen. Sie sind eine Schande für unseren Rechtsstaat und ihr Amt.

Sehr geehrter Herr Richter der höchsten degenerierten Justizebene der BRD im absoluten Grenzbereich der Dekadenz (…) Ich stehe vor Empörung über Ihre verbrecherisch anmutende alt68er Ignoranz und Relativierung der evidenten gesellschaftpolitischen Realitäten auf dem Wohnzimmertisch.

Sehr "geehrter" Herr Fischer, Gerne würde ich das was ich von Ihnen halte in drastischerer Form kundtun, müsste dann aber sicherlich Konsequenzen befürchten. Es ist einfach zum Kotzen Menschen wie Sie in einer so verantwortlichen Position zu wissen.

Alternativen für den Kolumnisten bieten sich auch an, etwa der Zuschauer D. D.:

In der maischbergersendung waren ihre ausführungen … völlig jenseits meines verständnisses (…). Im übrigen bin ich der ansicht, daß ich mindestens so schlau bin wie sie und dementsprechend auch ihre funktionen im dem niveau ausfüllen kann, wie sie dies tun,

und Herr G.-R. W. fügt prophetisch hinzu:

Es ist ekelhaft, Ihnen zuzuhören. Sie legen nach meiner Auffassung die Saat für einen künftigen Bürgerkrieg zwischen der Ordnungsmacht, dem brutalen Mopp und ggf. den normalen Menschen.

Der Kolumnist nimmt das Niveau und den Mopp, wie sie daherkommen. Allerdings ist er seit 30 Jahren Strafrichter und daher gewohnt, auch den offenkundigsten Dummkopf so zu behandeln, wie es die Höflichkeit, das Recht und die Menschenwürde gebieten. Im Übrigen ist eine anständige deutsche Volksgemeinschaft kein "Mopp", sondern allenfalls ein Feudel oder ein Microfasertuch. Feindseligkeit muss ohne masochistische Bekenntnisse auskommen können.

Formate …

Genug der Zitate. Bloß vielleicht eines noch, zum Ausklang. Ein Bürger aus einer ruhigen Hamburger Wohnlage schreibt:

Unser Babysitter bat uns kürzlich um Verständnis dafür, dass Sie bei einem Überfalls an unserer Haustür nicht das Haus verteidigen würde. Der Bürgermeister fühlt sich auf Nachfrage für diese Themen nicht zuständig.

Eine Auswahl der ZEIT-ONLINE-Kolumnen von Thomas Fischer finden Sie auch in seinem Buch "Im Recht. Einlassungen von Deutschlands bekanntestem Strafrichter". Es ist im März 2016 bei Droemer erschienen. © Droemer

Irritiert frage ich mich: Warum sollte ein Erster Bürgermeister sich für dieses Lebensproblem zuständig fühlen? Ich habe keine Babysitterin, würde aber, wenn ich eine hätte, von ihr gewiss keine Heldentaten verlangen, weder real noch fiktiv noch im Traum. Und von meiner Oberbürgermeisterin würde ich nicht erwarten, dass sie sich mit an den Haaren herbeigezogenen Problemen meiner Kindertante befasst. Hamburg ist übrigens (ebenso wie Baden-Baden) eine ziemlich sichere und behagliche Stadt.

Nun also zur Sache und zum "Format". Eine Talkshow ist eine Talkshow ist eine Talkshow. Schon morgen wird es gehen um die Frage: "Populismus – Ende der Demokratie?" oder "Silikon – Tragödie meines Lebens", oder: "Wolfgang Schäuble: Fressen uns die Griechen die Haare vom Kopf?". Das bedeutet: Man tut irgendwie aktuell. Aber letztlich ist es gänzlich gleichgültig, worüber man quatscht. Am 1. Februar ging es um die "Prügelknaben der Nation?" – ein, wie erwähnt, unsinniger oder unverständlicher Titel. Mir schien: Redaktion und Moderatorin verfügten weder über ein Konzept, noch hatten sie einen Plan oder Grundkenntnisse des Themas Polizei und öffentliche Sicherheit. Der Regie-Einfall bestand darin, irgendwelche Leute zusammenzusetzen in der Hoffnung, dass die sich gegenseitig missverstehen, anschreien und beleidigen. Nick Hein, Muskelpaket aus dem Kampfsportlager, hat daher sein Pauschalhonorar von 500 Euro redlich verdient. Auf Focus Online hat er mitgeteilt, er erwäge nunmehr (wie so mancher vor ihm), Politiker zu werden. Er wisse bloß noch nicht, in welcher Partei.

Ein Opfer muss auf jeden Fall dabei sein

Sie halten Konzept und Ablauf der Sendung für planlos und chaotisch? Dazu nur so viel: Von Planlosigkeit kann keine Rede sein. Die sogenannten "Talk-Shows" haben, wie eine Vielzahl anderer TV-Events auch, mit dem "öffentlich-rechtlichen" Rundfunkprogramm seit Langem nichts mehr zu tun. Es handelt sich um Produktionen "freier" Produktions-GmbHs (in diesem Fall: Vincent TV GmbH, Geschäftsführerin Sandra Maischberger), die nach ausschließlich (!) marktwirtschaftlichen Kriterien irgendeinen beliebigen "Content" produzieren und sodann an eine Fernsehanstalt verkaufen. Die sogenannten "Formate" der Redeschauen sind nach Personen benannt, die als geistige Inspiratoren beworben werden und deshalb immerzu mit empathischem Augenaufschlag und wissend-ironischem Mundwinkelgekräusel in die Kameras blicken müssen, selbst wenn sie vom Thema der Sendung so viel Ahnung haben wie das Huhn vom Langstreckenflug.

Es geht, anders gesagt, weder um Auseinandersetzung mit ernsthaften Argumenten, noch um Information des Bürgers, sondern allein darum, auf jede nur erdenkliche Weise Quote zu generieren. Wer das "Trash" nennt, liegt nicht weit weg von der Wahrheit. Die Redaktionen im Hintergrund überlegen, wie es scheint, zunächst, welche sinnfreie, aber spektakuläre These man einmal ins Getümmel werfen könnte. Sodann akquiriert man dazu irgendwelche Gäste mit dem Hinweis, ihre Meinung und Sachkenntnis seien für die Sache hochbedeutend. Schließlich kombiniert man die Versuchspersonen nach dem Kriterium: Je mehr Krawall, desto später wird weggezappt. Dies ist das intellektuelle Grundgerüst und zugleich die künstlerische Erfüllung.

… und Opfer-Formate

Wichtigste Figur für jede Sprech-Schau ist ein Opfer, gern auch "Betroffener" genannt – betroffen von was auch immer. Es kommt nicht darauf an, wer, warum, wie, ob überhaupt, warum oder was: Ein Betroffener oder eine Betroffene muss auf jeden Fall dabei sein. Ohne die geht es nicht, denn die Zuschauer können sich die philosophische Frage, ob der Hartz-IV-Satz ausreicht, einfach nicht vorstellen, ohne eine zerwuschelte Sozialhilfeempfängerin darüber weinen zu sehen.

Das Opfer erhebt sich dramaturgisch gern aus dem lieben Publikum, kommt also regiemäßig direkt aus dem Volk. Mal ist es betroffen von der Polizei, mal vom Gegenteil, mal von der Steuerlast, mal von der Steuerfreiheit, mal vom Fluglärm, mal von der schlechten Anbindung an den Flughafen. Der Idealfall des Betroffenen ist ein betroffener "Experte" (Rechtsanwalt, vom Mandanten betrogen; Richter, vom Verbrecher überfallen; Polizist, vom "Nafri" beleidigt – sowas halt).

Die jeweilige Sprech-Meisterin wendet sich dem/der Betroffenen mit dem ganzen Maß der hart antrainierten Betroffenheit zu und behauptet, es handle sich um einen besonders berührenden "konkreten Fall", der aber höchstwahrscheinlich zugleich einen "Trend", eine allgemeine Lage, eine Tendenz, eine Entwicklung oder einen Skandal belege. Ob das stimmt, spielt keine Rolle und wird im Fortgang der Sendung auch nicht weiter untersucht.

Meist ist die Beispielhaftigkeit frei erfunden, darf aber auf keinen Fall im Kreis der Talkenden infrage gestellt werden (das führt zum Eingreifen des Regisseurs oder zum Herausschneiden). Ganz wichtig: Der sogenannte Fall muss sich mit dem Attribut "immer mehr" oder "immer schlimmer" verbinden lassen. Der Fall ist regelmäßig extrem schlecht recherchiert und in den Fakten unklar, damit nicht etwa einer der vorgeführten "Experten" irgendetwas Belangvolles dagegen einwenden kann. Kein Zufall, sondern Programm. Denn wann immer ein Talkgast entweder auf Einzelheiten eingehen oder deren behauptete Beispielhaftigkeit bestreiten will, wird ihm von der Moderatorin öffentlich entgegengehalten, nichts Genaues wisse man nicht, und die Einzelheiten des Falles seien doch hier angesichts dieser Betroffenheit (!) doch nun wirklich nicht wichtig.

Wenn also etwa im einleitenden "Einspieler" (das ist irgendein hanebüchenes Filmchen, das der Talkshowgast selbstverständlich vorher nicht zu Gesicht bekam) behauptet wird, ein Laden sei "dreimal ausgeraubt" worden, und dies mit Videoaufnahmen eines Diebstahls belegt wird, darf der geladene "Rechtsexperte" (in diesem Fall der Kolumnist) keinesfalls richtigstellen, es handle sich hier doch offenkundig gar nicht um ein Verbrechen des "schweren Raubs", sondern um ein Vergehen des Diebstahls. Er darf auch keinesfalls anmerken, er (und die fünf Millionen Zuschauer) könne die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft zu dem Fall in der laufenden Fernsehsendung gar nicht beurteilen, so lange man die Zusammenhänge im Einzelnen nicht kenne.

"Verhöhnung der Opfer! So ist die Justiz!", ruft Rainer Wendt, der links neben dem Kolumnisten platziert wurde. Er ist der Vorsitzende einer ziemlich krawalligen Polizeigewerkschaft, die sich seit Jahr und Tag in den Medien aufführen darf, als sei sie die Pressestelle sämtlicher deutscher Innenministerien und Polizeipräsidenten zusammen. Herr Wendt ist aber keineswegs Polizeipräsident von Deutschland, sondern war früher einmal Hauptkommissar bei der Schutzpolizei. Zu seiner Unterstützung hat er eine gute Freundin mitgebracht, die als "Streifenpolizistin" vorgestellt wird, allerdings auch als Ehefrau des stellvertretenden Vorsitzenden derselben Gewerkschaft hätte begrüßt werden können. Sie wirkt als Dozentin an einer Polizeischule, was sie bei Bewunderern alsbald in den Rang einer "Professorin" befördert. Die Professorin "an der Front" erzählt die Geschichte einer Bedrohung, die stattfand, als ihre Kinder sich im "kindergartenpflichtigen Alter" befanden. Das muss schon ein paar Jährchen her sein, geht der Moderatorin aber als untrüglicher Beweis dafür durch, dass in Deutschland letztens alles immer schlimmer werde.

Die meisten Sachverständigen meiden solche Formate

Der Gewerkschaftsvorsitzende Wendt schrieb kürzlich in einem Buch: "Ich kann jeden verstehen, der sagt: Dies ist kein Rechtsstaat mehr". Bei Maischberger stimmte er ganz andere Töne an, offenbarte "hohen Respekt vor der Justiz" und lobte den Rechtsstaat. Höhere Strafen, fand er – und gab Herrn Fischer gefühlte drei Mal Recht – seien kein Allheilmittel gegen Kriminalität. Und damit hatte er Recht. Das ändert freilich nichts daran, dass Tausende von Schreibern genau das Gegenteil behaupten und Wendt als Zeugen dafür anrufen. Tragische Missverständnisse? Wohl kaum. Eher absichtliches Missverstehen.

Das bei Maischberger aus dem Publikum vorgeführte Opfer ist die Chefin eines Filialbetriebs für Blumenhandel aus Berlin. Sie wurde mehrfach (trick-)bestohlen. Eine Täterüberführung gelang nicht, obgleich sie in einem Fall einen Verdächtigen namentlich benannt hatte. Weder der Zuschauer noch der Talkgast erfuhr, warum das nicht gelang: Wurde ob der Verdächtige nicht gefunden? War der Verdacht falsch? Welche Ermittlungsergebnisse lagen vor? Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein (Paragraf 170 Abs. 2 StPO), "weil ein Täter nicht ermittelt werden konnte". Unvorstellbares Versagen des Staates! Bundesrichter, rechtfertigen Sie sich!

Was soll man dazu sagen? Ein gänzlich unbekannter Fall, eine schlechte (oder sagen wir: nicht vorhandene) Vorrecherche (man hatte sich offenbar nicht einmal die Mühe gemacht, bei der Staatsanwaltschaft Berlin nachzufragen) und eine uninformierte Moderatorin: Ob das angebliche "Versagen der Berliner Justiz", eine Frechheit, Schicksal oder Zufall ist – kein Mensch kann es sagen. Drei Diebstähle in mehreren Jahren in der Filiale einer Berliner Floristenkette: Ist das der Untergang des Rechtsstaats? Ist es ein Beleg für "überhandnehmende Kriminalität"? Hat es mit dem Thema der Sendung (Nicht vergessen: "Prügelknabe der Nation") irgendwas zu tun? Das Tatopfer beklagt – nachvollziehbar – dass kein Kontaktbereichsbeamter vor der Tür spaziert und die Diebe vertreibt. Da hat sie irgendwie recht, allerdings ist das als rechtspolitische Flächenlösung auch nicht wirklich überzeugend. Frau Maischberger weiß auch nichts Genaues. Der besorgte Fernsehzuschauer macht den ihm zugedachten Job und ist besorgt.

Natürlich – es ist bloß Fernsehen. Eine auf Vorurteile hin konstruierte Scheinwirklichkeit. Aber Zufall ist es nicht. Die Uninformiertheit der Redaktionen solcher Formate ist Programm, viel mehr noch als die selbstgefällige Ahnungslosigkeit der zu Intellektuellen emporfantasierten Moderatoren. Es geht nämlich allein und ausschließlich um "Quote", also um Geld. Dafür braucht man eine möglichst große Masse an uninformierten Fernsehzuschauern, die sich (tatsächlich oder angeblich) nicht länger als eine Minute konzentrieren können, bei denen jede ernsthafte Sachdiskussion eine unerträgliche Langeweile auslöst und die meinen, mittels Fernbedienung zu Definitionsherren der Wirklichkeit werden zu können: Maischberger, Dschungelcamp oder Big Bang Theory. Da müssen alle dreißig Sekunden die Fetzen fliegen, die Möpse hüpfen oder die Zoten aus dem Jubel-Automaten purzeln, sonst ist der biodeutsche Dichter und Denker gelangweilt. Willkommen in der Brave New World.

Für solche Formate braucht es "Experten", die sich das antun. Viele tun es nicht mehr. Die meisten Sachverständigen, die ein Thema etwa wissenschaftlich durchdrungen haben, meiden die Studios solcher Formate. Sie wissen, welche Rolle man ihnen hier zugedacht hat. Die es dennoch tun, muss man nicht bedauern, denn sie können sich vorher denken und aussuchen, was sie sich antun (der Kolumnist spricht hier von sich).

Bedauernswert sind vielmehr die anderen: die sogenannten "Betroffenen", die "einfachen BürgerInnen", die "Opfer". Die sitzen zitternd in der Maske und hoffen, dass die schreckliche Ungerechtigkeit, die ihnen widerfahren ist, heute Abend vor aller Welt geheilt wird. Ihre Hoffnungen, ihre Naivität und ihre Persönlichkeit werden ausgenutzt und missbraucht. Den Formatmachern sind sie weithin egal und den lieben Zuschauern da draußen schon gleich ganz. Schon morgen früh sind sie vergessen.

Gefühle

Es gibt eine Wissenschaft namens "Kognitionspsychologie". Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie, warum und in welcher Form der Mensch das wahrnimmt, was er (anschließend) als "Wirklichkeit" definiert. Es gibt ein paar Grunderkenntnisse dieser Wissenschaft: Die eine ist der sogenannte Kohärenzzwang, die andere ist der Bestätigungszwang. Das meint, vereinfacht gesagt, Folgendes:

Der Mensch ist (auch) insoweit ein besonderes Tier, als er es nicht ertragen kann, von Zufälligkeiten umgeben und bestimmt zu sein. Er denkt daher unentwegt darüber nach, was die Ereignisse seines Lebens miteinander zu tun haben könnten und wie das eine mit dem anderen zusammenhängt: "Ursachen" und "Folgen" müssen her, koste es was es wolle. Wer den (angeblichen) Kausalzusammenhang oder sein Fehlen nicht (mehr) erkennt oder (re)konstruieren kann, gilt als "verrückt" (bestenfalls als "Künstler"). Für sehr viele Geschehnisse gibt es aber keine offenkundige, eindimensionale, einfache Ursache. Die Dinge sind schrecklich verwickelt. Milliarden von Menschen schaffen seit Tausenden von Jahren immer neue, komplizierte Gründe, Folgerungen und Ursachen.

Der Mensch kann mit so viel Unsicherheit nicht leben. Er lebt in sozialen Bezügen, selbst wenn diese gar nicht mehr vorhanden sind. Der Mensch läuft mit 90 Prozent seines Selbst so ratlos durch New York, wie er einst durch die Steppe des Ngorongoro-Kraters lief: Wer bin ich? Warum muss ich sterben? Wer ist für mich, wer ist gegen mich? Tausend Fragen, kaum eine Antwort. Drum wird, seit jeher, lieber irgendeine Erklärung genommen als gar keine, und sei sie auch noch so stupide. Nicht die Richtigkeit zählt, sondern die Gemeinsamkeit der Überzeugung von der angeblichen Richtigkeit – sie ermöglicht soziale Orientierung, Bestätigung von Moral, Normen, sozialer Struktur.

Wird der nicht orientierte, verwirrte Mensch mit einer neuen Lage konfrontiert, die eine neue Kausalitätskonstruktion verlangt, neigt er dazu, die bestehenden Lücken mit alten Erfahrungen und Behauptungen auszufüllen. Vorurteile, Prägungen, Kurzschlüsse, Erinnerungen bestätigen sich unentwegt zirkelschlüssig selbst. Das ist nicht nur bei uninformierten und ungebildeten Menschen so, sondern auch bei hochdifferenzierten Personen und solchen, die von Berufs wegen auf Offenheit der Wahrnehmung und Realitätskonstruktion achten sollten, zum Beispiel bei Richtern. Die meisten von ihnen beschäftigen sich mit solchen Fragen leider erst gar nicht, weil dies zu Verunsicherung führen kann. Und da die höchste Stufe des Richterseins der Moment des Erringens von "richterlicher Überzeugung" ist, kann jegliche Art von Verunsicherung auf dem Wege dorthin nur stören.

Die skandalorientierte Medienlandschaft zeigt ein verzerrtes Bild

Auf dem Gebiet des sogenannten Sicherheitsgefühls ist es nicht anders. Wir erleben dies gerade in eindrucksvoller Weise: Die Sicherheit von Rechtsgütern vor krimineller Verletzung ist zu einem allgegenwärtigen Thema und zum Schlachtfeld von glaubenskampfmäßigen Auseinandersetzungen geworden. Das Besondere daran ist, dass die Wirklichkeit, deren präzise Erkenntnis vor einigen Jahren alles bestimmen und regeln sollte, heute nur noch eine sekundäre, eher "kommunikative" Rolle spielt: In der "Postmoderne" geht es um "faktische Gefühle" oder um "gefühlte Fakten". Dem Kolumnisten schreiben daher Menschen aus schwäbischen Kleinstädtchen, niemand könne sich dort nicht mehr auf die Straße wagen, weil diese von Kriminellen und Afrikanern überschwemmt sei, und die Polizei werde von der Justiz daran gehindert, für Ordnung zu sorgen. Tatsächlich werden am Ort dieses Geschehens abends um 20.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt, der Polizeiposten ermittelt wegen Trunkenheit am Steuer und das letzte Tötungsdelikt liegt 37 Jahre zurück. Aber wenn solche Fakten eingewandt werden, ergießt sich eine Welle des Hasses über den Kritiker, weil er "das Gefühl" der Betroffenen nicht genügend beachte.

Selbstverständlich gibt es nicht nur verschlafene Kleinstädtchen, sondern auch ganz andere Szenarien. Es gibt eine Zunahme von Kriminalität in bestimmten Bereichen und Orten, Unsicherheit, Gewalt, Bandenkriminalität, Korruption. Verlust von Vertrauen und Heimat in jedem Sinn. Die ganze Gesellschaft ändert sich: Sozialstruktur, Altersstruktur, Arbeitsstruktur, Kulturstruktur. Immer mehr alte Menschen mit beschränkter Anpassungsfähigkeit, Mobilität und Zukunftsoffenheit, immer mehr junge Menschen mit fremden kulturellen Wurzeln. Unsicherheit überall, Regelverletzungen, Regelunkenntnis, Fehlen von gemeinsamer Moral. Das Ergebnis ist: Furcht. Das ist nicht "falsch", nicht dumm und schon gar nicht verwunderlich. Die großstädtische gehobene Mittelschicht ist davon in aller Regel wenig betroffen und hat daher gut reden. Das bedeutet aber andererseits nicht, dass sie nichts zu sagen und nichts zu erklären hätte.

Denn die Mechanismen des Kohärenz- und Bestätigungszwangs funktionieren ja immer, und sie sind, wenn man ungebildet und unsicher ist, nicht weniger irreführend und gefährlich. Deshalb muss man, als ZEIT-Leser und ZEIT-Autor, sich immer an die eigene Nase fassen, wenn man als "arroganter" Wirklichkeitsverweigerer beschimpft wird. Auch die brutale Dummheit kommt ja nicht aus einem genuinen Willen zum Bösen, sondern aus Furcht, Unsicherheit, Erfahrung von Niederlagen und Enttäuschungen.

Und es gibt zahllose Ausnahmen, in jeder Richtung. Der Kolumnist war einst Rettungssanitäter in Frankfurt. Man muss ihm nichts über Einsätze von Rettungspersonal am Hauptbahnhof oder im Bahnhofsviertel erzählen. Er braucht auch keine Belehrungen von pensionierten Erdkundelehrern aus Königs Wusterhausen darüber, was eine Nachtschicht ist, wie Polizeiwachen riechen und woran man erkennt, welche Straßen man meiden sollte. Er hat zweimal im Leben ein Messer am Hals und einmal im Körper gehabt, und war vermutlich gewiss öfter Opfer von Gewalt- und Eigentumsstraftaten als die Mehrzahl derjenigen, die ihm hasserfüllt empfehlen, aus dem "Elfenbeinturm" zu (ihrer) "Wirklichkeit" herabzusteigen. Ich erwähne dies nur am Rande. Jeder, wie er kann, sagen die Götter und Philosophen. Wer immer in Lüdenscheid-Süd oder Passau den Eindruck hat, die Sicherheit sei bedroht und das Leben unerträglich gefährlich, hat zunächst einmal Aufmerksamkeit und Zuwendung verdient. Im Gegenzug muss er aber damit leben, dass jemand sagt: Du irrst. Das ist sehr vereinfacht, aber so ähnlich funktioniert Gesellschaft, seit einigen Tausend Jahren.

Sicherheit

Sicherheit und Sicherheitsgefühl sind zwei Paar Stiefel. Das weiß (eigentlich) jeder, dennoch missachtet auch fast jeder diese Erkenntnis, wenn es um das eigene Wohlergehen geht. Wir reden hier aber nicht von Blumenhändlerinnen oder Rentnern, sondern von PolzistInnen und RichterInnen. Diese sind von Berufs wegen, aus Pflicht und Amt, dazu angehalten, zwischen ihrem eigenen, persönlichen Gefühl und der Wirklichkeit zu unterscheiden.

Daher ist es mitunter unerträglich, in welchem Maß und mit welcher Penetranz von interessierten Gruppen mithilfe einer allein skandalorientierten Medienlandschaft Amt und Interesse vermischt und zu einem verzerrten Bild kombiniert werden, das nicht der Aufklärung dient, sondern die Unsicherheit anstachelt. Nicht Vertrauen schafft, sondern Abneigung und Wut. Zahllose Ursachen von Unsicherheit werden dabei unterschlagen, verschwiegen, verdreht. Stattdessen werden einfältige Behauptungen behandelt, als seien es bedeutende neue Hypothesen. Worte ersetzen Strukturen, Symbole ersetzen Leben.

"Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" (Paragraf 113 StGB) ist ein Tatbestand, der ursprünglich den Täter privilegieren sollte, der sich in einer emotional meist aufgewühlten Situation einer (meist bewaffneten und überlegenen) "Staatsmacht" gegenüber sieht und in Erregung, Angst, Wut überreagiert. Darüber denkt heute kaum noch jemand ernsthaft nach. Die aktuelle Debatte dreht diesen Ursprung vielmehr einfach um und behauptet, Polizisten und andere Vollstreckungsorgane seien "besonders" schutzwürdig, besondere Opfer. Das ist, als wolle man die Beleidigung von Abgeordneten mit einer besonders hohen Strafe bedrohen, weil sie für den Erlass von Strafgesetzen zuständig sind. Oder den Richtern einen Sonderstatus als ganz besonders wichtige Opfer zugestehen, wenn sie beschimpft oder bedroht werden.

Niemand kann ernstlich behaupten, die Strafjustiz in Deutschland mache keine Fehler und stehe makellos im Sturm der Gezeiten. Aber die Behauptung, sie sei ein Haufen von Faulenzern, die "der Polizei in den Rücken fallen", ist eine Niederträchtigkeit – und eine absurde Lüge, die durch nichts zu belegen ist. Ganz Ähnliches gilt für die Polizei: Es gibt in ihren Reihen üble Haudraufs und Menschenverächter, Wichtigtuer und Ordnungsneurotiker. Und es gibt eine Mehrheit von pflichtbewussten, bürgerorientierten, menschenfreundlichen PolizeibeamtInnen, die sich nicht als Oberrichter und Rechtspolitiker aufspielen wollen. Zwischen Justiz und Polizei gibt es dann immer noch und immer wieder Missverständnisse, Unklarheiten, unterschiedliche Blickwinkel. Das liegt vielfach in der Natur der Sache und den unterschiedlichen Aufgaben. Trotzdem sollten diese Missverständnisse mehr als bisher offen, selbstbewusst und selbstkritisch diskutiert werden. Der Kolumnist bemüht sich hierum. Er ist auch deshalb vorerst froh, von den eingangs zitierten Vollstreckern des gesunden Volksempfindens noch nicht ermordet worden zu sein.