Die rot-rot-grüne Regierungskoalition in Berlin will einen Sonderbeauftragten für die weiteren Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt einsetzen. Wie Innensenator Andreas Geisel ankündigte, will er dafür einen externen und unabhängigen Experten vorschlagen. Einen Namen nannte der SPD-Politiker nicht.

Bei dem Anschlag am 19. Dezember wurden an der Berliner Gedächtniskirche zwölf Menschen getötet und mehr als 50 verletzt. Der Tunesier Anis Amri hatte einen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt gesteuert und wurde anschließend auf seiner Flucht durch Europa von italienischen Polizisten erschossen.

Die Ermittler konzentrieren sich bei ihrer Arbeit nun auf mögliche Helfer Amris, auf mögliche Mitwisser und Hintermänner. Wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, gab es in dem Zusammenhang weitere Festnahmen in der Türkei. Bereits in der vergangenen Woche seien am Istanbuler Flughafen Atatürk drei Männer festgenommen worden. Demnach handelt es sich um deutsche Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, die verdächtigt werden, in Verbindung zum Attentäter Anis Amri gestanden zu haben. Sie sollen auf dem Weg in "ein europäisches Land" gewesen sein – möglicherweise, um dort einen Anschlag zu verüben.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in der Türkei Festnahmen im Zusammenhang mit dem Berliner Anschlag gegeben hat. Bereits am 11. März kam in Izmir ein Deutscher mit jordanischen Wurzeln in Polizeigewahrsam. Auch er soll in Verbindung mit Amri gestanden haben.