Auf der griechischen Insel Chios hat sich ein syrischer Flüchtling selbst angezündet. Der Vorfall ereignete sich im Flüchtlingslager Vial, wie die lokale Onlinezeitung Politis berichtete. Demnach wurde der Mann mit schweren Verbrennungen in das örtliche Krankenhaus gebracht.

Auch ein Polizist musste behandelt werden. Er rettete den Flüchtling und zog sich dabei Verbrennungen an den Händen zu. 

Auf Chios harren zur Zeit mehr als 3.500 Flüchtlinge und Migranten aus. Viele leben seit Monaten in überfüllten Lagern. Die Situation ist angespannt, oft kommt es zu Auseinandersetzungen innerhalb des Lagers sowie zwischen Flüchtlingen und Inselbewohnern. Fast jeden Tag erreichen weitere Flüchtlinge die Inseln. Zuletzt kamen in der Nacht zu Donnerstag 69 Menschen an, die von der türkischen Küste übergesetzt hatten.

Die griechischen Inseln spielen für das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei eine wichtige Rolle. Der Vereinbarung nach nimmt die Türkei nach Griechenland gereiste Flüchtlinge zurück, sofern sie keinen Anspruch auf Asyl haben. Für jeden von ihnen verpflichten sich EU-Länder, einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufzunehmen. Wegen dieses Mechanismus' warten Tausende Flüchtlinge auf den griechischen Inseln auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge: Bei positivem Bescheid dürfen sie aufs griechische Festland, bei Ablehnung sollen sie zurück in die Türkei.