Die Staatsanwaltschaft Siegen hat zweieinhalb Jahre nach dem Misshandlungsskandal in einer Flüchtlingsunterkunft in Burbach Anklage gegen mehrere Personen erhoben. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der nordrhein-westfälischen Stadt. Die meisten Angeklagten sind demnach Mitarbeiter des ehemaligen Betreibers der Unterkunft, European Homecare (EHC), sowie des Wachdienstes.

Im September 2014 war bekannt geworden, dass in der Burbacher Notunterkunft Asylbewerber von Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes misshandelt worden sein sollen. Auf einem Handyfoto sind zwei Sicherheitsleute zu sehen sowie ein Mann, der gefesselt am Boden liegt. Ein Wachmann drückt das Opfer mit seinem Stiefel nach unten. Zudem gibt es ein Video, in dem ein Mann aufgefordert wird, sich auf eine Matratze mit Erbrochenem zu legen. 

Nach Informationen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sind neben 35 Mitarbeitern des damaligen Heimbetreibers European Homecare bzw. des zuständigen Wachdienstes auch ein ehemaliger Polizist aus Rheinland-Pfalz sowie zwei Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg angeklagt. Diese Mitarbeiter sollen von den Misshandlungen von Flüchtlingen durch Wachleute bereits Anfang Juni 2014 gewusst haben, aber nicht eingeschritten sein. Laut dem WAZ-Bericht wird ihnen Freiheitsberaubung durch Unterlassen in 13 Fällen vorgeworfen. 

Über die Zulassung der Anklage muss das Siegener Landgericht entscheiden.