Ein Mann ist am Pariser Flughafen Orly erschossen worden, nachdem er einem Soldaten die Waffe weggenommen hatte. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf das Innenministerium, dass der Mann die Waffe entwendet habe und in ein Geschäft geflüchtet sei, wo er dann erschossen worden sei. Wie die Polizei berichtete, sei nur der Mann an der Tat beteiligt gewesen.

Nach Angaben eines Sprechers der Flughafenbehörde mussten Tausende Menschen das Flughafengelände Orly verlassen. Die Polizei forderte Besucher auf, sich während des laufenden Einsatzes vom Flughafen fernzuhalten. Die Luftfahrtbehörde DGAC teilte mit, das der gesamte Flugverkehr des Airports vorläufig ausgesetzt worden sei. Alle Flüge von und nach Orly wurden zum Flughafen Charles de Gaulle umgeleitet. Orly liegt südlich von Paris und ist der zweite große Airport der französischen Hauptstadt nach Charles de Gaulle. 

Vor dem gewaltsamen Zwischenfall auf dem Flughafen hat ein Mann in der Nähe von Paris auf Polizisten geschossen und dabei einen von ihnen leicht verletzt. Möglicherweise stehen die Schüsse im Vorort Stains nördlich von Paris im Zusammenhang mit dem Vorfall am Flughafen. Nach Bekanntwerden von beiden Angriffen hat die französische Antiterror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen an sich genommen. Das teilte die Behörde mit. Reuters meldete, dass der getötete Attentäter den Behörden als muslimischer Extremist bekannt gewesen sei. Er habe auf Beobachtungslisten der Behörden gestanden. Aus Sicht der Ermittler bestehe der Verdacht eines terroristischen Hintergrunds.

Die Tat in Stains im Département Seine-Saint-Denis hatte sich gegen 6.55 Uhr bei einer Routinepolizeikontrolle ereignet. Der Angreifer habe mit einer Schrotpistole auf die Beamten geschossen und einen von ihnen verletzt, hieß es aus Polizeikreisen. Danach habe er ein Auto gestohlen und sei geflohen. Etwa anderthalb Stunden später folgte der Vorfall in Orly südlich von Paris. Nach Angaben des Innenministeriums hatte der Mann gegen 8.30 Uhr in Halle 1 des Airports Orly dem Soldaten die Waffe entrissen.

Frankreich hatte in den vergangenen Jahren mehrfach mit Terroranschlägen zu tun. In Paris hatte ein französischer Soldat zuletzt in der Nähe des Louvre auf einen Mann geschossen, der ihn mit einer Machete angreifen wollte. Seit den Terroranschlägen in Paris am 13. November 2015 befindet sich das Land im Ausnahmezustand. Mehrmals wurde der Zustand seitdem verlängert. Zuletzt wurde er wegen der Präsidentschaftswahlen im Frühjahr bis zum 15. Juli ausgeweitet. Die anhaltende Bedrohung durch den Terrorismus mache diese Entscheidung notwendig, sagte der neue Premierminister Bernard Cazeneuve.