Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Beschuldigten im Fall der in Freiburg getöteten Studentin Anklage wegen Mordes erhoben. Dem Mann werde zudem Vergewaltigung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Fall soll vor der Jugendkammer des Landgerichts Freiburg verhandelt werden.

Im vergangenen Herbst war eine 19 Jahre alte Medizinstudentin aus Freiburg auf dem Heimweg von einer Uni-Party vergewaltigt worden. Später wurde ihre Leiche in einem Fluss gefunden. Die Polizei nahm einen afghanischen Flüchtling fest, dessen Alter sie nur schätzen konnte. Er hatte angegeben, 17 Jahre alt zu sein. Zwei von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Altersgutachten kommen jedoch zum Ergebnis, dass er zur Tatzeit mindestens 22 Jahre alt war. Weil Zweifel nicht ausgeräumt werden könnten, werde nach Jugendstrafrecht angeklagt, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Sie geht davon aus, dass er die junge Frau "heimtückisch und zur Befriedigung des Geschlechtstriebs" getötet habe.

Die Jugendkammer kann bei einer Zulassung der Anklage entscheiden, ob sie in dem Fall Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anwendet. Der Strafrahmen dabei ist unterschiedlich: Im Erwachsenenstrafrecht steht auf Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe, im Jugendstrafrecht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren oder bei Heranwachsenden bei einer besonderen Schwere der Schuld von 15 Jahren.

Der verdächtigte Mann war Jahre zuvor bereits in Griechenland im Gefängnis gewesen. Dort hatte er eine Strafe wegen versuchten Mordes an einer Frau verbüßt. Im Oktober 2015 war er auf Bewährung aus der Haft entlassen worden. Danach war er untergetaucht und nach Deutschland gekommen. Der Mordfall in Freiburg hatte bundesweite Aufmerksamkeit und eine Debatte über die Berichterstattung der Medien ausgelöst.