Einen Tag nach Eingang einer Briefbombe am Bundesfinanzministerium ist am Pariser Sitz des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Frau durch eine explodierende Postsendung verletzt worden. Die Assistentin eines leitenden Mitarbeiters sei leicht verletzt worden, als sie die Sendung öffnete. Den Ermittlern zufolge könnte ein Knallkörper hinter der Explosion stecken.

Vorsorglich wurden mehrere IWF-Mitarbeiter aus dem Gebäude gebracht. Erst am Mittwoch war in der Poststelle des Berliner Bundesfinanzministeriums ein gefährliches Paket mit einem explosiven Gemisch und scharfem Zünder entdeckt worden. Verletzt wurde niemand. Das sogenannte Blitzknallgemisch hätte jedoch laut Polizei beim Öffnen zu erheblichen Verletzungen führen können. Als Absender bekannte sich eine linksextremistische griechische Gruppierung.

Nach ersten Angaben handelte es sich beim IWF nicht um eine große Explosion. Die Kriminalpolizei und Sprengstoffexperten seien vor Ort, nähere Informationen gebe es noch nicht. Auch woher die Sendung kam, war noch unklar.

In Berlin war das Päckchen nach Polizeiangaben beim routinemäßigen Röntgen in der Poststelle des Ministeriums aufgefallen. Ob das Paket an Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) adressiert war, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die Bild-Zeitung und die B.Z. berichteten, es sei direkt an den Minister adressiert gewesen. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz – gegen Unbekannt. Der "Knallsatz" sei vermutlich ein Eigenbau.

Griechische linke Autonome wollen die Briefbombe an die Poststelle des Bundesfinanzministeriums geschickt haben. "Wir übernehmen die Verantwortung für die Entsendung der Paket-Attrappe an den Finanzminister Deutschlands", hieß es in einer Erklärung der Untergrundorganisation Konspiration der Feuerzellen.

Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu der Frage, ob das Bekennerschreiben echt sei. Die Autonomen erklärten sich in der Mitteilung solidarisch mit in Griechenland verurteilten Mitgliedern ihrer Organisation sowie anderer gleichgesinnter Organisationen im Ausland.