Die Polizei ist mit mehreren Razzien gegen sogenannte Reichsbürger vorgegangen. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums durchsuchten mehr als 300 Ermittler insgesamt 36 Objekte in Bayern und Rheinland-Pfalz. Dabei wurden Blankopapiere zur Herstellung sogenannter Staatsangehörigenausweise und von Führerscheinen sowie Waffen und Munition beschlagnahmt.

Die Durchsuchungen richteten sich den Angaben zufolge gegen 45 Beschuldigte. Dabei handle es sich um Führungsmitglieder, aber auch um sogenannte Staatsangehörige und "Ausweisbezieher" des selbst ernannten Bundesstaats Bayern. Ziel der Durchsuchungen sei insbesondere, dessen Strukturen aufzudecken und dessen illegale Machenschaften zu zerschlagen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München II wegen banden- und gewerbsmäßig begangener Urkundenfälschung und Amtsanmaßung. In diesem Zusammenhang waren im Februar bereits Wohn- und Geschäftsräume von 16 Tatverdächtigen in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz durchsucht und weitere Beschuldigte ermittelt worden.

Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Die Bewegung wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz rechnet der Szene rund 10.000 Menschen zu; bei 500 bis 600 von ihnen handelt es sich demnach um Rechtsextremisten.