Der Krieg in Syrien hat mittlerweile mehr als fünf Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Das teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNCHR) mit. Nach sechs Jahren Bürgerkrieg seien die Menschen vor allem in die Nachbarländer Syriens geflohen. Fast drei Millionen Vertriebene haben demnach Zuflucht in der Türkei gefunden.

In den Libanon seien mehr als eine Million Menschen geflohen. In Jordanien hat die UN 657.000 syrische Flüchtlinge registriert, wobei die jordanische Regierung ihre Zahl mit 1,3 Millionen angibt. Der UNHCR zählte im Irak 233.000 syrische Flüchtlinge, in Ägypten 120.000 und in Nordafrika 30.000. Dazu kommen noch Millionen Syrer, die Flüchtlinge im eigenen Land sind.


Die UN fordern von der internationalen Gemeinschaft mehr Unterstützung für die Flüchtlinge. Die Hilfsorganisation Oxfam rief zusammen mit syrischen Gruppen dazu auf, Syriens Nachbarländern mehr Hilfe zukommen zu lassen und bis Ende des Jahres zumindest zehn Prozent der verletzlichsten Flüchtlinge aufzunehmen. Die Organisation Save the Children wies darauf hin, dass eine Million Flüchtlingskinder nicht zur Schule gingen. Dabei seien sie es, die zum Wiederaufbau Syriens für die kommende Generation beitragen müssten.

Der Bürgerkrieg in Syrien begann im März 2011 mit Protesten gegen die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad, die blutig niedergeschlagen wurden. Inzwischen kämpft neben gemäßigten Rebellen auch eine Vielzahl islamistischer Rebellengruppen gegen Assads Streitkräfte, teilweise bekämpfen sich die Aufständischen gegenseitig. Zudem ist die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in dem Land aktiv, gegen sie geht eine von den USA angeführte internationale Militärkoalition vor. Russland geht ebenfalls gegen den IS vor, unterstützt die Assad-Regierung jedoch auch militärisch gegen die Rebellen.

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