Syrien - Viele Tote bei Luftangriff auf Moschee Oppositionsnahe Aktivisten berichten von einem Luftangriff auf eine Moschee im Norden Syriens. Dabei sollen 42 Menschen getötet und über 100 verletzt worden sein. © Foto: © Mohamad Abazeed/AFP/Getty Images

Bei einem Luftangriff im Norden von Syrien sind nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 42 Menschen getötet worden. Demnach wurde eine Moschee getroffen, über 100 Menschen sollen verletzt worden sein. Wer den Angriff ausgeführt hat, ist unklar.

Die meisten der Opfer seien Zivilisten, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die angegriffene Moschee liegt im Dorf Al-Dschineh, 30 Kilometer westlich von Aleppo. Das Dorf ist unter der Kontrolle von Rebellen und islamistischen Gruppen.

Die Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad und dessen Verbündeter Russland haben in der Region zahlreiche Luftangriffe gegen Aufständische geflogen. Zudem haben auch die USA dort in den vergangenen Monaten Islamistengruppen aus der Luft ins Visier genommen. Seit Januar ist auch die türkische Luftwaffe in dem Gebiet aktiv.

US-Streitkräfte töteten Al-Kaida-Kämpfer in der Nähe

Unabhängig davon meldete das Streitkräftezentralkommando der Vereinigten Staaten in Florida, dass sie bei einem Luftangriff in der nahe gelegenen Stadt Idlib mehrere Al-Kaida-Kämpfer getötet hätten. "Idlib war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Rückzugsort für Al-Kaida", hieß es in einem Statement des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos der Streitkräfte. Ob es auch Opfer unter der Zivilbevölkerung gegeben hat, wurde nicht mitgeteilt.

Der Luftangriff auf die Moschee ereignete sich nur einen Tag nach einem Selbstmordattentat in der syrischen Hauptstadt Damaskus, bei dem mindestens 30 Menschen ums Leben kamen. In dem seit sechs Jahren andauernden Bürgerkrieg sind bisher etwa 400.000 Menschen getötet worden. Die Hälfte der Bevölkerung befindet sich auf der Flucht.

Seit Dezember gilt in Syrien eine Waffenruhe, die jedoch nicht eingehalten wird. Der Kampf gegen Terrorgruppen wie den "Islamischen Staat (IS)" ist von der Vereinbarung ausgenommen. Zu neuen Verhandlungen über eine Stärkung der Waffenruhe in der kasachischen Hauptstadt Astana erschien die syrische Opposition in dieser Woche nicht. Sie protestierte damit gegen Verstöße gegen die Feuerpause, die sie der Regierung und ihrem Verbündeten Russland vorwerfen.