Rund zweieinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod der Studentin Tuğçe Albayrak kann der verurteilte Täter nach Serbien ausgewiesen werden. Das hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel am Dienstag mitgeteilt. Der Gerichtshof bestätigte damit die Entscheidung aus erster Instanz des Verwaltungsgerichts Wiesbaden, gegen die Sanel M. in Kassel Beschwerde eingelegt hatte. Der Beschluss des VGH ist unanfechtbar.

Sanel M. hatte die 22-jährige Studentin im November 2014 auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so geschlagen, dass sie auf den Kopf fiel. Sie starb wenige Tage später. Das Landgericht Darmstadt hatte ihn im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Er ist derzeit in Wiesbaden in Jugendhaft.

Wann der 20-Jährige abgeschoben wird, ist noch offen. Ob er aus der Haft oder nach deren Ende abgeschoben werde, müssten die Stadt und das Landgericht Wiesbaden entscheiden, sagte ein VGH-Sprecher. Die Ausländerbehörde der Stadt Wiesbaden werde nach Angaben einer Sprecherin "umgehend alle erforderlichen Maßnahmen für eine zeitnahe Abschiebung" von M. vorbereiten.

Im September 2016 verfügte die Stadt Wiesbaden seine Ausweisung für die Dauer von acht Jahren. Dagegen klagte M. und forderte mit einem Eilantrag die Aussetzung des Sofortvollzugs.

Wie schon das Verwaltungsgericht Wiesbaden wies nun auch der VGH in Kassel den Eilantrag ab. Zur Begründung erklärten die Kasseler Richter, von M. gehe weiterhin eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus. Gestützt auf das Strafurteil und sein späteres Verhalten im Gefängnis sei das Verwaltungsgericht zur Einschätzung gelangt, dass M. in Konfliktsituationen vermutlich erneut aggressiv und gewalttätig reagieren würde.

Zudem sei M. alleinstehend und ohne Kinder. Auch eine Arbeitsstelle habe er nicht in Aussicht. Daher könne er sich nach seiner Haft in Serbien ebenso gut neu integrieren wie in Deutschland. Es sei davon auszugehen, dass seine Eltern ihn dabei in Serbien unterstützen.