Grasse - Verletzte nach Amoklauf an französischer Schule Nach einem Amoklauf mit mindestens drei Verletzten in Südfrankreich ist ein 17-jähriger Schüler festgenommen worden. Laut Polizei könnte ein möglicher Mittäter auf der Flucht sein. © Foto: Valery Hache/AFP/Getty Images

Bei einer Schießerei in einem Gymnasium im südfranzösischen Grasse sind nach Regierungsangaben mindestens zehn Menschen verletzt worden. Das sagte Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem am Donnerstag. Ein 17-jähriger Schüler des Gymnasiums habe mit einem Gewehr das Feuer eröffnet; er sei inzwischen festgenommen worden. Bei ihm wurden nach Polizeiangaben ein Gewehr, zwei Handfeuerwaffen und zwei Handgranaten gefunden. Entgegen ersten Angaben handelte er laut Polizei offenbar allein. Einen terroristischen Hintergrund schließen die Ermittler aus.


Der Angrif sei eine "Wahnsinnstat eines fragilen jungen Mannes, der von Schusswaffen fasziniert ist", sagte die Bildungsministerin. Einen terroristischen Hintergrund schließen die Ermittler aus. Der Stadtverwaltung von Grasse zufolge richtete sich der Angriff gegen den Direktor der Schule. Dieser wurde bei dem Angriff ebenfalls verletzt. Die Behörde und Ermittler hatten zunächst von zwei Tätern gesprochen, von denen einer auf der Flucht sei. Später ging die Polizei aber nur noch von einem Angreifer aus.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot zum Tocqueville-Gymnasium an, auch die Sondereinheit Raid war vor Ort. Wegen der Schießerei durften an allen Schulen der südfranzösischen Stadt Schüler und Lehrer die Gebäude zunächst nicht verlassen. Die örtliche Schulbehörde forderte Familien auf, sich nicht zu den Schulen zu begeben.

Premierminister Bernard Cazeneuve begab sich nach Grasse, ebenso wie Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem. Staatssekretärin Juliette Méadel schrieb auf Twitter, alle Schüler seien in Sicherheit.

Das französische Innenministerium hatte die Bevölkerung aufgerufen, aufzupassen und den Anweisungen der Polizei zu folgen. Die Warnung der Regierung wurde im Rahmen eines landesweiten Systems veröffentlicht, das nach den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 eingeführt worden war. In Frankreich gilt nach den tödlichen islamistischen Anschlägen in den vergangenen zwei Jahren weiter der Ausnahmezustand.

Grasse mit seinen rund 50.000 Einwohnern liegt rund 20 Kilometer nördlich von Cannes im südostfranzösischen Département Alpes-Maritimes. Die Metropole Nizza, in der ein Attentäter mit einem Lastwagen am französischen Nationalfeiertag am 14. Juli 2016 insgesamt 86 Menschen getötet hatte, liegt rund 40 Kilometer von Grasse entfernt.