Nach dem Doppelanschlag in Tanta und Alexandria vor gut einer Woche hat es in Ägypten erneut einen Anschlag nahe einer christlichen Glaubensstätte gegeben. Vor dem berühmten Katharinenkloster im Süden der Sinai-Halbinsel schossen bewaffnete Angreifer auf Polizisten und töteten mindestens einen von ihnen. Drei weitere seien verletzt worden, teilte das ägyptische Innenministerium mit.

Demnach hätten die Angreifer das Feuer an einem Kontrollpunkt an der Straße vor dem Kloster eröffnet. Sicherheitskräfte hätten das Feuer erwidert, woraufhin die Täter flohen. Nach ihnen wird gefahndet. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich.

Das im 6. Jahrhundert gegründete Katharinenkloster gilt als ältestes noch bewohntes Kloster des Christentums. Jedes Jahr zieht es Tausende Touristen an. Die Priester im Kloster hätten den Angriff unbeschadet überstanden, sagte ein Sprecher.

Vor gut einer Woche waren bei Anschlägen auf zwei koptische Kirchen im Norden Ägyptens insgesamt 45 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Auch diese Attacke an Palmsonntag in Tanta und Alexandria beanspruchte der IS für sich. 

Christen in Ägypten vermehrt bedroht

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sissi rief danach den Ausnahmezustand aus. Er gilt zunächst für drei Monate und räumt den Sicherheitskräften erweiterte Befugnisse ein. Einen Tag später töteten Einsatzkräfte sieben mutmaßliche IS-Anhänger, die einen Anschlag geplant haben sollen.

In Ägypten lebende Christen sind seit einigen Monaten vermehrt von islamistisch motivierten Angriffen bedroht. Im Februar flohen Hunderte Christen aus dem Norden der Sinai-Halbinsel. Vorangegangen war eine Mordserie an Mitgliedern der religiösen Minderheit, hinter der der IS vermutet wird.