Der Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri ist nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft Einzeltäter gewesen. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass weitere in Deutschland ansässige Personen in die Tatvorbereitung oder Ausführung eingebunden gewesen seien, erklärte Generalbundesanwalt Peter Frank. Seine Behörde hat eine detaillierte Übersicht über den aktuellen Stand ihrer Ermittlungen zu Amri und zum Tathergang veröffentlicht.

Die Auswertung von Amris Mobiltelefon ergab außerdem, dass dieser vor und während der Tat mit einem IS-Mitglied im Ausland kommunizierte. Schon sieben Wochen vor dem Anschlag, am 31. Oktober oder 1. November 2016, nahm Amri den Ermittlungen zufolge in Berlin ein Video von sich selbst auf, in dem er Muslime zum Dschihad aufrief und den Treueeid auf den Führer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) schwor. Danach habe sich sein Surfverhalten im Internet verändert. Bis Mitte November habe Amri im Internet vor allem Pornos aufgerufen. Ab Anfang Dezember seien es dagegen fast nur noch islamistisch-dschihadistische Inhalte gewesen.

Ab Ende November spähte Amri offenbar zu Fuß den späteren Tatort aus, er hielt sich demnach fast täglich zwischen Putlitzbrücke und Torfstraßensteg auf. Dort kaperte er am Tag des Anschlags den Lkw eines polnischen Fahrers, den er tötete. Videoaufzeichnungen eines Anliegers und eine weitere Kameraaufzeichnung belegten, dass Amri alleine unterwegs war, erklärte die Bundesanwaltschaft weiter.