Der US-Bundesstaat Arkansas hat einen weiteren zum Tode verurteilten Häftling exekutiert. Der 38-jährige Kenneth Williams wurde am Donnerstag mit einer Giftspritze im Cummins-Unit-Gefängnis in der Stadt Varner getötet. Damit beendete Arkansas eine umstrittene Serie von Hinrichtungen. Williams ist der vierte und letzte Häftling, dessen Todesstrafe innerhalb von acht Tagen umgesetzt wurde.

Williams wurde um 23.05 Uhr für tot erklärt. Augenzeugen zufolge taumelte und krampfte er 20-mal, bevor er starb. Nach Angaben des Gefängnisses hat er etwa drei Minuten nach Verabreichung der Spritze für etwa zehn Sekunden gezittert. Sein Anwalt sprach von einer "schreckenerregenden" und "problematischen" Hinrichtung und forderte eine "vollständige" Untersuchung. Bereits zuvor hatte er die Exekution unter anderem mit dem Argument zu verhindern versucht, sein Mandant habe medizinische Probleme und könne deshalb bei der Injektion der Giftspritze Schmerzen erleiden.

Zuvor hatte sich sein Mandant bei den Angehörigen seiner Opfer entschuldigt. "Die Verbrechen, die ich gegen Sie alle begangen habe, waren alle sinnlos, extrem schmerzlich und unverzeihlich", las Williams aus einer vorbereiteten Erklärung vor. 1999 hatte er einen Aufseher bei einem Fluchtversuch aus einem Gefängnis getötet und wurde daraufhin wegen Mordes zum Tode verurteilt.

Ein Sprecher von Gouverneur Asa Hutchinson sagte, die Tötung des Häftlings sei "fehlerlos" gewesen, kündigte aber dennoch eine Überprüfung an. Die "unfreiwilligen muskulären Reaktionen" des Todeskandidaten seien auf eines der tödlichen Mittel zurückzuführen, die ihm gespritzt wurden. "Der lange Weg der Justiz endet heute und Arkansas kann auf die vergangenen zwei Wochen mit der Sicherheit zurückblicken, dass das Rechtssystem in diesem Staat funktioniert", heißt es in einer zusätzlichen Erklärung vom Gouverneur. Die Entscheidung der Jury, die Hinrichtung im Fall von Kenneth Williams durchzusetzen, sei notwendig gewesen, so Hutchinson. Seine Schuld habe nie infrage gestanden.

Die Tochter des beim Fluchtversuch getöteten Michael Greenwod schrieb im Vorfeld der Hinrichtung einen Brief an Hutchinson, in dem sie den Gouverneur dazu aufforderte, die Hinrichtung auszusetzen. "Als er uns meinen Vater nahm, verursachte Herr Williams einen Riesenschmerz", schrieb Kayla Greenwod. "Das heißt aber nicht, dass es falsch sei, Herrn Williams zu verschonen. Es ist das Richtige."

Ursprünglich hatte Arkansas in einem Zeitraum von elf Tagen vier Doppel-Exekutionen durchführen wollen. Bei den acht Hinrichtungen drängte die Zeit, weil ein für die Prozedur benötigtes Medikament, das Betäubungsmittel Midazolam, Ende April ablaufen wird. Von den acht Häftlingen wurden nun vier exekutiert. Für die vier übrigen zum Tode Verurteilten hatten Gerichte die Hinrichtung ausgesetzt. Die Doppel-Hinrichtung zweier Männer am Montag war die erste in den USA seit dem Jahr 2000.

Hinrichtungen - Die Todesstrafe In mehr als 23 Ländern wurde im vergangenen Jahr die schlimmste aller Strafen vollstreckt. Wo und wie Staaten Verurteilte hinrichten, fasst das Video zusammen. © Foto: Patrick Hertzog / AFP / Getty Images