Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund wird laut einem Bericht von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR ein islamistischer Hintergrund geprüft. Grund sei, dass in dem mutmaßlichen Bekennerschreiben auf den "Islamischen Staat" und Syrien Bezug genommen wird. Demnach wird in dem Schriftstück behauptet, dass deutsche Tornados daran beteiligt seien, Muslime auf dem Gebiet des IS zu töten. 

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird auch die Authentizität eines zweiten Bekennerschreiben geprüft, dass am Mittwochabend im Internet verbreitet wurde. Dabei soll es sich um ein Schreiben "im Duktus der antifaschistischen Szene" handeln. Demnach wurde der Mannschaftsbus als "Symbol für die Politik des BVB" attackiert worden, die sich nicht genügend gegen Rassisten, Nazis und Rechtspopulisten einsetze.

Das erste Schreiben war am Abend in der Nähe des Tatorts gefunden worden. Staatsanwältin Sandra Lücke hatte aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine Angaben zu dessen Inhalt. Derzeit werde das Schreiben "intensiv" auf seine Echtheit geprüft, sagte Lücke. Die Ermittlungen wurden mittlerweile von der Bundesanwaltschaft übernommen.

In Sicherheitskreisen wurde betont, dass der Hintergrund der Tat keinesfalls feststehe. Es könne sich jeweils auch um Fälschungen handeln, die auf falsche Spuren locken sollten. Bei den Tätern könne es sich nach wie vor auch um gewaltbereite Fußballfans, Erpresser, andere Kriminelle oder Menschen mit rechtsextremem Hintergrund handeln.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen am Mittwoch

Kurz vor dem Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco waren am Dienstagabend drei Sprengsätze in der Nähe des Mannschaftsbusses des BVB explodiert, als dieser vom Hotel im Dortmunder Stadtteil Höchsten zum Stadion losfuhr. Dabei wurde BVB-Spieler Marc Bartra am rechten Handgelenk verletzt und musste operiert werden. Auch ein Polizist ist zu Schaden gekommen. Der Beamte habe bei den Detonationen ein Knalltrauma und einen Schock erlitten, teilte die Dortmunder Polizei mit. Er sollte demnach den Bus mit einem Motorrad zum Stadion begleiten. Zum Zeitpunkt der Explosion befand er sich vor dem Mannschaftsbus.

Das Spiel wurde auf Mittwochabend verschoben. Die Dortmunder Polizei kündigte an, es mit starken Kräften sichern zu wollen. "Wir stehen mit beiden Vereinen und auch mit allen Sicherheitsbehörden in sehr engem Kontakt", sagte eine Sprecherin.

Gezielter Anschlag auf das Team

Nach Angaben von Polizeipräsident Gregor Lange gehen die Ermittler von einem gezielten Anschlag auf die Mannschaft des BVB aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf ein Tötungsdelikt. Die konkreten Hintergründe der Tat sind aber noch unklar. Ein verdächtiger Gegenstand, der in Tatortnähe gefunden wurde, stellte sich laut Polizei bei genauerer Untersuchung als "Unrat" heraus.

Nach der Attacke wird "mit Hochdruck" ermittelt. "Die Kollegen sind am Tatort", sagte eine Sprecherin der Polizei Dortmund am Mittwochmorgen. Dabei gehe es um die Spurensuche. Auch der Mannschaftsbus werde untersucht.

Dortmund - Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen nach Sprengstoffanschlag auf Die Polizei geht von einem gezielten Angriff auf die Dortmunder Mannschaft aus. Aktuell werde in alle Richtungen ermittelt. Derweil ist in der Nähe des Tatorts ein Schreiben aufgetaucht, das derzeit auf seine Echtheit überprüft werde. © Foto: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images