Frankreich - Großbrand zerstört Flüchtlingslager Bevor im französischen Grande-Synthe ein Flüchtlingslager niederbrannte, hatten sich einige Bewohner eine Schlägerei geliefert. Mehrere Menschen wurden verletzt. © Foto: Philippe Huguen/AFP/Gwtty Images

In Nordfrankreich hat ein Großbrand ein Flüchtlingslager vollständig zerstört. Hunderte Flüchtlinge mussten ihre Holzhütten im Camp in Grande-Synthe bei Dünkirchen verlassen, wie die Polizei mitteilte. Sie wurden in nahegelegenen Turnhallen untergebracht.

Vor Ausbruch des Feuers hatten sich nach Behördenangaben etwa 100 bis 150 kurdische und afghanische Flüchtlinge im Lager eine Schlägerei geliefert. Dabei wurden auch Messer benutzt. Fünf Menschen wurden verletzt, drei von ihnen kamen mit Stichverletzungen ins Krankenhaus. Die Kämpfe dauerten bis nach Mitternacht an. Polizisten einer Spezialeinheit griffen ein, vereinzelt wurden sie mit Steinen beschmissen, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP.

Die Behörden vermuten einen Zusammenhang zwischen der Auseinandersetzung und dem Großbrand. "Es müssen an mehreren Stellen Feuer gelegt worden sein, anders ist das nicht möglich", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des örtlichen Bürgermeisters. Durch die Flammen wurden zehn Menschen verletzt.

In dem Flüchtlingslager lebten bislang etwa 1.500 Flüchtlinge in 300 Holzhütten. Die meisten von ihnen sind Kurden aus dem Irak. Nach Angaben des französischen Regionaldepartements halten die Behörden das Camp für überfüllt. Im vergangenen Monat sei entschieden worden, die Bewohnerzahl auf 700 zu senken und mehr Sicherheitspersonal gegen Schleuser einzustellen. Zudem hatte Innenminister Bruno Le Roux Mitte März angekündigt, er wolle das Lager so schnell wie möglich auflösen. Die Zustände seien unhaltbar. Zur Begründung nannte er Prügeleien zwischen Flüchtlingen.

Viele Flüchtlinge stammen aus Calais

Das Lager in Grande-Synthe war im vergangenen Jahr von der Organisation Ärzte ohne Grenzen gebaut worden, nachdem das umstrittene, etwa 30 Kilometer westlich liegende Flüchtlingslager von Calais abgerissen worden war. Viele Flüchtlinge kamen von dort nach Grande-Synthe. Zunächst aufgestellte Zelte wurden später durch Holzunterkünfte ersetzt. 

Grande-Synthe liegt an der Straße zwischen Dünkirchen und Calais. In der vergangenen Woche hatten Migranten versucht, den Verkehr anzuhalten, in der Hoffnung per Lastwagen oder Auto nach Großbritannien zu gelangen.