Der in der Türkei inhaftierte Korrespondent der Welt, Deniz Yücel, ist mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden. Die Jury und das Kuratorium des Journalistenpreises der deutschen Zeitungsverleger hätten einstimmig beschlossen, den Deutschtürken mit einem Sonderpreis auszuzeichnen, teilte der Verlegerverband BDZV mit.

Gleichzeitig forderten die Gremien Yücels Freilassung. Mit dem Sonderpreis solle im Geist des früheren Schriftstellers und Publizisten Theodor Wolff ein Zeichen für die Pressefreiheit gesetzt werden, begründeten die Verleger ihre Entscheidung. In der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt werde diese mit Füßen getreten.

Deniz Yücel sitzt seit rund sieben Wochen in Istanbul in Untersuchungshaft. Die türkische Regierung wirft ihm vor, Terrorpropaganda verbreitet zu haben. Yücel selbst weist diese Vorwürfe zurück. Am Dienstag gewährte die Türkei erstmals deutschen Diplomaten Zugang zu Yücel. Die Bundesregierung dringt auf weiteren konsularischen Zugang. Außenminister Sigmar Gabriel sagte, dass die Haftbedingungen nicht einfach seien. Nach Angaben von Staatsminister Michael Roth empfindet der 43-jährige Korrespondent die Einzelhaft als sehr belastend.

Der Theodor-Wolff-Preis ist eine der renommierteste Auszeichnungen, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie wird vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ausgeschrieben und erinnert an den langjährigen Chefredakteur des Berliner Tageblatts, Theodor Wolff. Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert. Er starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.