Kolumbien - Präsident besucht Katastrophengebiet Nach den Schlammlawinen in der kolumbianischen Stadt Mocoa mit Hunderten Toten werden mehr als 200 Menschen noch immer vermisst. © Foto: Ivan Valencia/AP/dpa

In der südkolumbianischen Stadt Mocoa werden nach der Schlammlawine mittlerweile 301 Tote gezählt. Das teilte das Rechtsmedizinische Institut mit. Mehr als 300 Menschen wurden nach dem Unglück am Wochenende außerdem noch vermisst, wie Präsident Juan Manuel Santos zuvor gesagt hatte.

Bei dem Unglück waren 332 Menschen verletzt worden. 2.700 Menschen suchten Schutz in Notunterkünften. Die Behörden haben am Mittwoch offiziell eine Untersuchung eingeleitet. Dabei soll geprüft werden, ob die örtlichen Behörden sich an Bauvorschriften gehalten haben. Dabei gehe es "nicht um Strafen", sagte der zuständige Kontrolleur, sondern "um Prävention".

Nach starkem Regen war am frühen Samstagmorgen eine Schlamm- und Gerölllawine über Mocoa nahe der Grenze zu Ecuador hinweggerollt. Die Regierung rief den Notstand aus. Die Region Putumayo wird von mehreren Flüssen durchzogen und ist von starker Abholzung geprägt. Behörden und Experten hatten daher seit Jahren vor einer dramatischen Überflutung gewarnt.  

In Mocoa leben etwa 40.000 Menschen. Der Ort war durch die Regenfälle von Strom und Leitungswasser abgeschnitten.

Insgesamt sind dem Roten Kreuz zufolge rund 45.000 Menschen von der Naturkatastrophe und ihren Folgen betroffen. Im Großraum Mocoa im Departamento Putumayo leben etwa 70.000 Menschen. Am schwersten betroffen sind die Armenviertel. Die dortigen Bewohner sind zum großen Teil Vertriebene des jahrzehntelangen Gewaltkonflikts zwischen Regierung, Guerilla und rechtsextremen Paramilitärs.