Im brandenburgischen Kremmen haben Unbekannte in der Nacht zum Samstag zwei Brandsätze auf eine Flüchtlingsunterkunft geworfen. Die Polizei teilte mit, dass es keine Verletzten gegeben haben. Eine Sonderermittlungsgruppe sei im Einsatz.

Die beiden Molotowcocktails landeten den Angaben zufolge auf einer Rasenfläche und einem Gehweg. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hätten einen Brandsatz sofort löschen können, der zweite Brandsatz entzündete sich nicht. Die Märkische Allgemeine berichtete, dass es in der Unterkunft bisher keine nennenswerten Vorfälle gegeben habe. Die aus mehreren Gebäuden bestehende Unterkunft ist seit vergangenem Oktober in Betrieb. Nach Angaben der Polizei leben dort etwa 70 Flüchtlinge.

In Brandenburg ereigneten sich in den letzten Jahren mehrere Anschläge auf Asylunterkünfte. In Jüterbog warfen Unbekannte im Oktober 2016 zwei Brandsätze auf eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. 2015 brannte in Nauen eine geplante Notunterkunft für Flüchtlinge ab.

Das Bundeskriminalamt zählte im Oktober 2016 fast 800 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland. Für 740 Delikte waren dem BKA zufolge "rechtsmotivierte Täter" verantwortlich. Bei 57 Delikten konnte eine politische Motivation nicht sicher ausgeschlossen werden. 2015 waren es 1.029 Straftaten gegen Einrichtungen für Flüchtlinge. Nach Recherchen von ZEIT ONLINE und der ZEIT zu Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte im Jahr 2015 konnten nur wenige Täter gefasst und verurteilt werden.