Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist die Zahl der angezeigten Wohnungseinbrüche in Deutschland zurückgegangen. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf unveröffentlichte Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik. Demnach wurden 2016 insgesamt 151.000 Einbrüche gemeldet, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von zehn Prozent bedeutet: 2015 lag die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche bei 167.136.

Besonders gesunken ist die Einbruchsrate dem Bericht zufolge in Nordrhein-Westfalen. Dort zählte das Landeskriminalamt 53.600 Fälle, was einen Rückgang von 15,7 Prozent bedeutet. Auch in Hessen, Hamburg und dem Saarland nahm die Zahl der Einbrüche um mehr als zehn Prozent ab, knapp zehn Prozent waren es in Baden-Württemberg. Deutlich gestiegene Einbruchszahlen meldeten hingegen Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Wie der Spiegel berichtet, wurden in den letzten Jahren vermehrt Sonderkommissionen eingesetzt, die sich mit den Einbrüchen beschäftigten. Auch wurde Software angeschafft, die Tatortschwerpunkte ermittelt. Zudem habe der Staat die Förderung des Einbruchschutzes ausgebaut. 

Trotz des Rückgangs ist die Zahl der Einbrüche immer noch hoch – auch im Vergleich zur Vergangenheit. 2006 etwa lag sie noch bei 106.000. Auch werden im Bundesdurchschnitt nur unter 20 Prozent der Fälle aufgeklärt. Bundesjustizminister Heiko Maas kündigte im letzten Jahr an, gegen Einbrüche härter vorgehen zu wollen.