Die Zahl der festgestellten illegalen Einreisen über die Schweiz nach Deutschland hat sich Anfang des Jahres im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Das berichtet die Welt am Sonntag unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. Demnach meldete die Bundespolizei für Januar und Februar 2017 insgesamt 1.350 unerlaubte Einreisen über die Schweiz. 2016 waren es in den beiden Monaten dagegen nur 402. Belastbare Zahlen für März liegen dem Bericht zufolge noch nicht vor.

Die Zahlen geben laut der Zeitung nur die festgestellten illegalen Einreisen wieder. In den Sicherheitsbehörden gehe man von einem deutlich größeren Dunkelfeld aus. Die italienischen Grenzen nach Österreich und zu Frankreich seien relativ gut gesichert. Illegale Migranten versuchten es nun seit dem vergangenen Sommer vermehrt über die Schweiz.

Anfang 2017 sind im gleichen Vorjahreszeitraum dem Bericht zufolge auch deutlich mehr Migranten von Libyen über das Mittelmeer nach Italien gekommen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete laut Welt am Sonntag die Mittelmeerroute als "Brennpunkt" an den EU-Außengrenzen. Die italienische Regierung rechnet in diesem Jahr mit etwa 250.000 Migranten aus Afrika. Während zuletzt die meisten Flüchtlingsboote in Ägypten ablegten, starteten nun mehr als 95 Prozent in Libyen.

Baden-Württemberg erwägt Grenzkontrollen

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) brachte die Einführung von Grenzkontrollen zur Schweiz ins Gespräch. "Noch haben wir diese Grenze gut unter Kontrolle, aber sollte sich die Lage zunächst an der italienisch-schweizerischen und in der Folge an der schweizerisch-deutschen Grenze verschärfen, werden wir handeln", sagte er der Zeitung. Auf die Frage, ob er noch in diesem Jahr Grenzkontrollen zur Schweiz für denkbar halte, antwortete Strobl, "selbstverständlich".