Einer evangelischen Lehrerin ist an einer staatlichen Schule offenbar per Dienstanweisung verboten worden, ein Kreuz um den Hals zu tragen. Das sagte Jörg Antoine, Präsident des Evangelischen Konsistoriums. Das ist die oberste Verwaltungsbehörde der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Hintergrund ist das Berliner Neutralitätsgesetz, dass Polizisten, Lehrern und Justizmitarbeitern verbietet, religiös geprägte Kleidungsstücke tragen zu dürfen.

Antoine forderte, dass das Land Berlin gelassener mit dem Tragen von religiösen Symbolen umgehen solle. Die EKBO halte die Regel für verfassungswidrig, seit das Bundesverfassungsgericht im März 2015 ein pauschales Kopftuchverbot abgelehnt hatte, sagte Antoine.

Der Berliner Bischof Markus Dröge sagte: "Wir setzen uns für die Freiheit ein, ein Kreuz zu tragen." Das sollte auch bei einer Novelle des Neutralitätsgesetzes berücksichtigt werden.

In der Debatte um religiöse Neutralität im öffentlichen Dienst ging es in der Vergangenheit vor allem um das Tragen von Kopftüchern. So hatte das Landarbeitsgericht Berlin im Februar entschieden, dass das Land Berlin muslimische Bewerberinnen nicht pauschal von einer Anstellung als Grundschullehrerin ausschließen darf, weil sie ein Kopftuch tragen. Das Gericht bewertete bei seinem Urteil allerdings nicht, ob das Neutralitätsgesetz verfassungskonform ist. Zum Tragen von Kopftüchern an Schulen gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen.

Teilhabe - Dieses Emoji möchte ein Kopftuch tragen Rayouf Alhoumedi hat einen Hidschab-Emoji erfunden. Vor dem Unicode-Konsortium in den USA hat sie darum geworben, damit Smileys bald weltweit Kopftuch tragen können.