Papst Franziskus hat in einem italienischen Hochsicherheitsgefängnis Schwerverbrechern die Füße gewaschen. Dazu begab er sich am Gründonnerstag nach Paliano bei Rom, wo er in der Kapelle der Justizvollzugsanstalt mit 70 Häftlingen den Abendmahlsgottesdienst feierte. Beim "privaten" Besuch des Kirchenoberhaupts im Gefängnis waren keine Kameras zugelassen, wie der Vatikan mitteilte. In der Haftanstalt gut 60 Kilometer südöstlich von Rom sitzen insbesondere Mafia-Aussteiger ein, deren lange Haftstrafen wegen ihrer Zusammenarbeit mit der Justiz verkürzt wurden.

Jesus habe seinen Jüngern die Füße als Zeichen der Liebe gewaschen, sagte Franziskus laut Radio Vatikan zu den Häftlingen. Er wolle es nun ebenso machen, wie ein Pfarrer für seine Gläubigen. Mit dem Ritual zeigt der Waschende, wie die Menschen selbst andere Menschen lieben sollen.

Der Papst wusch nach Vatikan-Angaben die Füße von zwölf Gefangenen – darunter ein Muslim, der kurz vor der Taufe steht, sowie drei Frauen. Zwei der Häftlinge sind zu lebenslangen Gefängnisstrafen verurteilt. Die Gefangenen überreichten dem Pontifex danach Geschenke aus eigener Herstellung: Biogemüse aus dem Gefängnisgarten, Kuchen und Kreuze aus Olivenholz.