Papst Franziskus hat an Ostern die Gläubigen dazu aufgerufen, die Hoffnung trotz des vielen Leids nicht zu verlieren. Gleichtzeitig rief er Politiker und Regierungen dazu auf, endlich Frieden in Syrien zu finden. In seiner Osterbotschaft sagte er auf dem Petersplatz in Rom, dass die Anstrengungen derjenigen unterstützt werden müssten, die sich für die kriegsleidende Bevölkerung in Syrien einsetzten. Die Menschen seien "Opfer eines Krieges geworden (...), der nicht aufhört, Horror und Tod zu säen."  

Der Papst verurteilte damit auch den "abscheulichen Anschlag" auf einen Buskonvoi, bei dem am Samstag in der Nähe von Aleppo mehr als 110 Menschen getötet wurden. Den Gläubigen versicherte er aber, dass "der auferstandene Hirte sich zum Weggefährten all derer macht, die gezwungen sind, aufgrund bewaffneter Konflikte, terroristischer Angriffe, Hungersnöte oder unterdrückerischer Regime die eigene Heimat zu verlassen." Die "erzwungenermaßen umherziehenden Migranten" seien auf ihrem Weg nicht allein. 

Im Vatikan rief Franziskus zu Frieden im Südsudan und in der Ukraine auf. Er forderte, bei der Suche nach friedlichen Lösungen der Konflikte in Lateinamerika voranzuschreiten. Auch erinnerte er an Menschen, die Hunger leideten und andere Krisen und Schwierigkeiten wie Arbeitslosigkeit durchlebten. Nach ihm gebe es für "so viel Unglück, Krankheiten, Menschenhandel, Kriege, Zerstörung, Verstümmelungen, Vergeltung und Hass" zwar keine Erklärung, aber man dürfe sich nicht verschließen, sondern müsse nach vorne blicken. "Dort ist keine Mauer, dort ist der Horizont", sagte der Papst.

Nach den Anschlägen auf koptische Christen in Ägypten vor einer Woche wurde die Zeremonie auf dem Petersplatz von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert. Die Gläubigen mussten sich strengen Kontrollen unterziehen. An allen Eingängen waren Sicherheitsschleusen aufgebaut, wie sie von Flughäfen bekannt sind. 60.000 Gläubige kamen insgesamt, um den apostolischen Segen Urbi et orbi von ihm zu erhalten.

Neben Rom sind auch besonders viele Pilger zu Ostern nach Jerusalem gekommen. Der lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa zelebrierte dort in der frisch renovierten Grabeskirche eine Messe. Nach christlicher Überlieferung steht sie an an dem Ort, an dem Jesus begraben wurde. Die Oberhäupter der verschiedenen Kirchen in Jerusalem forderten in einer Osterbotschaft Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden.