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7. April 2017 Liveblog abgeschlossen

Stockholm: Attacke im Herzen von Stockholm

Bei einem Angriff mit einem Lkw sind in Stockholm vier Menschen getötet und 15 verletzt worden. Die Polizei geht von einem Anschlag aus. Der Liveblog zum Nachlesen

In der Innenstadt von Stockholm ist am Nachmittag ein Lastwagen in einer Einkaufsstraße in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus gefahren. Nach vorläufigen Angaben wurden vier Menschen getötet, 15 wurden verletzt. Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven geht von einem Terroranschlag aus.

Der Laster gehört einer Brauerei. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, der Fahrer habe gerade ein Restaurant beliefern wollen, als ein Maskierter in die Fahrerkabine gesprungen und mit dem Wagen weggefahren sei. Am späten Nachmittag veröffentlichte die Polizei ein Foto eines Mannes, mit dem sie Kontakt aufnehmen wolle. Es handele sich allerdings nicht um einen Tatverdächtigen, betonten die Ermittler.

Am Abend nahm die Polizei einen Mann fest. Dieser soll nach Angaben der Ermittler der Person auf dem Foto ähneln. Diese soll sich am Nachmittag in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben. Laut Polizei ist der Festgenommene jedoch nicht der Täter. Die Ermittler schließen auch nicht aus, dass der Fahrer des Lkw Komplizen hatte.

  • 21:46 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Der Festgenommene ist laut Polizei nicht der Täter. Es wird weiterhin nach der Person gefahndet, die den Lkw in die Einkaufsstraße steuerte.

  • 21:45 Uhr
    Matthias Breitinger

    Schweden hat nach Angaben von Premier Stefan Löfven die Grenzkontrollen verstärkt. "Das Ziel von Terrorismus ist es, die Demokratie zu untergraben, aber das wird solchen Tätern in Schweden niemals gelingen", sagt Löfven. "Wir stehen an einem solchen Tag nicht allein." Der Angriff sei eine "Tragödie". Schweden sei aber ein starkes Land: "Schweden wird sich nicht durch diese abscheulichen Mörder einschüchtern lassen", sagt der Ministerpräsident. "Terroristen wollen uns Angst machen, sie wollen, dass wir unser Leben ändern, uns einschränken. Aber das werden wir nicht tun."

  • 21:26 Uhr
    Matthias Breitinger

    Auf der Pressekonferenz der Polizei bestätigen die Ermittler, dass der Festgenommene der Person auf dem Bild ähnele. Er sei identifiziert, sagt ein Sprecher. "Wir haben ein besonderes Interesse, weil die Person in der Nähe des Ereignisses gewesen ist." Die Polizei will auch nicht ausschließen, dass es mehrere Täter gibt.

     "Wir haben eine Arbeitshypothese, dass das hier eine Terrortat ist", sagt Polizeisprecher Stefan Hector. Auch der nationale Nachrichtendienst Säpo behandele das Ereignis als Terrorakt.

  • 21:15 Uhr
    Matthias Breitinger

    Ein Pressesprecher der Stockholmer Polizei kann im schwedischen Fernsehen nicht sagen, ob es sich bei der festgenommenen Person um den Mann handelt, der auf dem Foto zu sehen ist, das die Polizei am späten Nachmittag veröffentlicht hatte. Der Mann auf dem Foto wird von der Polizei nicht als Verdächtiger bezeichnet. Man wolle aber mit dieser Person in Kontakt kommen im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlag.

  • 21:04 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Was ist bisher bekannt? Gegen 15 Uhr ist ein Lastwagen einer Brauerei in Stockholm in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus gefahren. Dabei wurden vier Menschen getötet und 15 verletzt. Die Polizei geht von einem Terroranschlag aus und hat eine Person festgenommen. Der Lkw wurde nach Angaben der Brauerei gekapert, als der Fahrer mit einer Auslieferung beschäftigt war. Der Lkw fuhr rund 550 Meter durch die Einkaufsstraße Drottninggata, ehe er im Eingangsbereich des Kaufhauses Åhléns City zu stehen kam. 

  • 20:45 Uhr
    Matthias Breitinger

    Die Polizei bestätigt auf ihrer Website, dass eine Person festgenommen worden sei, "die einen Bezug zu dem Fall haben kann". Mehr könne man zu der Festnahme derzeit nicht sagen. 

  • 20:32 Uhr
    Matthias Breitinger

    Die Boulevardzeitung Aftonbladet berichtet, in Märsta – gut 30 Kilometer nördlich von Stockholm – sei am Abend ein Mann festgenommen worden. Er soll sich dem Bericht zufolge zu dem mutmaßlichen Anschlag bekannt haben. Das Blatt beruft sich auf "mehrere Quellen". Laut Aftonbladet soll ein Pressesprecher der Polizei die Festnahme bestätigt haben. Für 21 Uhr ist nach Angaben der Nachrichtenagentur TT eine weitere Pressekonferenz der Polizei angesetzt.

  • 20:15 Uhr
    Jan Luethje

    Das Schema des Anschlags von Stockholm ähnelt anderen Terrorangriffen der letzten Monate.

  • 19:51 Uhr
    Matthias Breitinger

    Die U-Bahn in Stockholm fährt wieder, wie der Betreiber SL auf Facebook mitteilte. Allerdings halten die Züge nicht an den Stationen T-Centralen und Hötorget – das sind die beiden U-Bahnhöfe in der Nähe des Tatorts. Die Haltestelle T-Centralen befindet sich direkt am Kaufhaus Åhléns City, in das der Laster hineinfuhr. Die Station Hötorget liegt nördlich davon.
    In der Innenstadt fahren die Busse weiterhin nicht. Auch die Straßenbahnlinie 7, die von der Innenstadt zur Insel Djurgården führt, ist nach wie vor nicht in Betrieb.

  • 19:42 Uhr
    Matthias Breitinger

    Züge von und nach Stockholm werden frühestens am Samstagmorgen ihren Betrieb wieder aufnehmen. "Der Zugverkehr von und nach Stockholm ist den Rest des Tages eingestellt", zitierte der öffentlich-rechtliche Fernsehsender SVT einen Sprecher der Schwedischen Staatsbahnen.

  • 19:24 Uhr
    Matthias Breitinger

    Die Stockholmer Polizei hat nach eigenen Angaben zwei Personen im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlag vernommen. Es handele sich nach aktuellem Sachstand allerdings nicht um Verdächtige, so die Polizei. Die Personen seien auf der Wache befragt worden, weil die Polizei davon ausging, dass diese nützliche Informationen zum Ereignis in der Einkaufsstraße Drottninggata hätten, hieß es auf der Website der Polizei vage.

  • 18:59 Uhr
    Zacharias Zacharakis

    Die schwedische Polizei hat diese Fahndungsfotos eines Mannes veröffentlicht, der mit der Tat in Verbindung stehen soll. Die Polizei betont, dass es sich dabei nicht um einen Verdächtigen handele.

  • 18:49 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Wie kam der mutmaßliche Attentäter an den Lkw? Ein Sprecher der Brauerei sagte Journalisten, dass der Fahrer von einem Maskierten überrumpelt wurde. Der Fahrer habe hinten am Fahrzeug gestanden um aufzuschließen, als die Person vorne in die Fahrerkabine sprang und losfuhr. Der Fahrer habe versucht, den Mann zu stoppen. Dabei sei er er angefahren worden und habe leichte Verletzungen erlitten.

  • 18:17 Uhr
    Zacharias Zacharakis

    Für Schweden ist der mutmaßliche Anschlag die größte Attacke, die das Land bislang erlebt hat. Vor sieben Jahren hatte schon einmal ein Attentäter dieselbe Einkaufsstraße angegriffen, durch die jetzt der Lastwagen fuhr. Der Mann trug damals neun Kilogramm Sprengstoff bei sich und jagte sich mitten auf der Drottninggatan in die Luft. Eine weitere Bombe hatte er in einem Auto platziert. Doch die Bomben waren so schlecht konstruiert, dass sie nur den Attentäter töteten. Zwei Menschen wurden jedoch verletzt.

    Seither hat die Zahl der Verdachtsfälle deutlich zugenommen. Schweden verzeichnete etwa 300 radikalisierte Syrienausreiser, das sind im Verhältnis zur Einwohnerzahl relativ viele. Die Zahl der Rückkehrer soll mit etwa 100 ebenfalls recht hoch liegen.

  • 18:10 Uhr
    Matthias Breitinger

    Facebook hat, wie bei früheren Anschlägen, einen sogenannten Safety Check eingerichtet. Damit können Menschen in Stockholm ihren Freunden und Bekannten über Facebook mitteilen, dass sie in Sicherheit sind.

  • 17:58 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Diesen Weg nahm der Lkw nach bisherigen Erkenntnissen:

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