In der Nähe des internationalen Flughafens der syrischen Hauptstadt Damaskus hat es Aktivisten zufolge mehrere Explosionen gegeben. Sie waren am Rande des Flughafens am frühen Donnerstagmorgen zu hören, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und Zeugen berichteten.

Ein Sender der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah meldete, Öltanks und ein Lager seien getroffen worden. Die Explosionen seien wahrscheinlich die Folge eines israelischen Luftangriffs gewesen, hieß es im Kanal Al-Manar. Aus syrischen Rebellenkreisen verlautete, es sei ein Munitionslager getroffen worden. Unklar sei, ob die Angriffe mit Raketen oder Flugzeugen ausgeführt worden seien. Die Rebellen sprechen von insgesamt fünf Angriffen.

Der israelische Geheimdienstminister, Israel Katz, sagte im Armeeradio: "Dieser Vorfall stimmt völlig mit der Politik" Israels überein. Er bestätigte allerdings nicht direkt, dass Israel für die Detonation verantwortlich war. Die staatliche syrische Nahrichtenagentur Sana vermeldete mit Bezug auf Militärkreise, die Raketen seien von den Golanhöhen abgeschossen worden – ein Gebiet, das Israel besetzt hält. Der Angriff habe einen Stützpunkt des syrischen Militärs getroffen und Sachschaden angerichtet. 

Auch im Nordwesten Syriens gab es Luftangriffe. Aktivisten machten russische Bomber dafür verantwortlich. Die Bomben hätten in dem Ort Al-Der al-Scharki in der Provinz Idlib auch eine Klinik getroffen, sagte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien mindestens 16 Zivilisten getötet worden, darunter sieben Kinder. 

Seit Beginn des Krieges in Syrien vor rund sechs Jahren hat die israelische Luftwaffe bereits mehrfach Ziele in dem Nachbarland angegriffen. Darunter waren auch Standorte der Hisbollah, die mit der syrischen Regierung verbündet ist. Die vom Iran finanzierte Miliz betrachtet Israel als Erzfeind.