In Syrien und dem Irak kämpfen auch viele Menschen aus Europa gegen den "Islamischen Staat". Dem Bundesinnenministerium zufolge stammen 200 der freiwilligen Kämpfer aus Deutschland.

Nach Angaben des Innenministeriums reisten sie aus, um an der Seite kurdischer Milizen in Syrien und dem Irak gegen die IS-Terrormiliz zu kämpfen – 69 von ihnen sollen einen deutschen Pass haben. Nicht erfasst seien Personen, die sich den kurdischen Streitkräften im Irak, den sogenannten Peschmerga, anschließen wollten, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag.

Von den seit 2013 ausgereisten freiwilligen Kämpfern seien bislang 102 zurückgekehrt, darunter 43 Deutsche, heißt es. Drei deutsche Staatsbürger starben demnach aufseiten der Anti-IS-Koalition, einer soll bei einem türkischen Luftangriff auf ein syrisches Dorf getötet worden sein. Die genauen Todesumstände seien ihr nicht bekannt, daher habe keine Veranlassung bestanden, "seinen Tod mit der türkischen Regierung zu thematisieren", schreibt die Bundesregierung.

Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke kritisierte diese Haltung. Dass der Generalbundesanwalt keine Ermittlungen in dem Fall aufgenommen habe, sei skandalös. "Ich kann mir dieses Verhalten nur als Geschenk an die Türkei erklären", sagte Jelpke. Die Bundesregierung rät dringend davon ab, in die Kampfgebiete im Irak oder Syrien zu reisen.