In Syrien hat die zwischen Regierung und Rebellen vereinbarte Evakuierung von vier belagerten Städten begonnen. Wie mehrere Nachrichtenagenturen melden, trafen in den von Rebellen umzingelten Städten Fua und Kafraja in der nordwestlichen Provinz Idlib 75 Busse ein, die etwa 5.000 Menschen nach Aleppo brachten. Außerdem seien mehr als 2.000 Oppositionskämpfer und Aktivisten aus den Städten Madaja und Sabani mit Bussen in die Provinz Idlib gebracht worden, hieß es.

Vonseiten der Rebellen wurde das bestätigt: Die "Umsetzung der Vereinbarung" habe am Morgen begonnen, sagte ein ungenannter Kämpfer. Auch lokale Informanten der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte und syrische Staatsmedien bestätigten die Informationen.

Fua und Kafraja werden von Rebellen, Madaja und Sabadani von Regierungstruppen belagert. Die Vereinbarung zwischen Rebellen und der Regierung, die unter Vermittlung von Katar und dem Iran ausgehandelt wurde, sieht vor, dass insgesamt 30.000 Menschen aus den Städten Fua, Kafraja, Madaja und Sabadani gebracht werden. Alle 16.000 Bewohner aus Fua und Kafraja sollen nach Aleppo, Damaskus oder in die Provinz Latakia umgesiedelt werden. Zivilisten aus Madaja und Sabadani sollen Berichten zufolge auf eigenen Wunsch bleiben dürfen. Die Rebellen sollen die Städte in Richtung der Provinz Idlib verlassen. Durch die jahrelange Belagerung gibt es in den vier Städten kaum Lebensmittel. Auch an medizinischer Versorgung mangelt es.

Die Evakuierung wird mit mehrtägiger Verzögerung umgesetzt. Kritiker hatten das Abkommen als erzwungene Vertreibung kritisiert. Bereits am Mittwoch waren als erster Teil der Vereinbarung mehrere Gefangene ausgetauscht worden. Die insgesamt 30.000 Syrer aus den vier Städten sollen über einen Zeitraum von zwei Monaten aus den belagerten Gegenden evakuiert werden. Katar unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Rebellen, der Iran die Regierung von Staatsoberhaupt Baschar al-Assad.