Ein Gericht hat dem US-Staat Arkansas vorläufig verboten, bei seinen Hinrichtungen per Giftspritze ein Mittel namens Vecuronium zu benutzen. Richterin Alice Gray gab damit einer Klage des herstellenden Pharmakonzerns recht, der angab, die Substanz sei nicht für Exekutionen verkauft worden. Gray sagte, durch die Verwendung von Vecuronium bei Hinrichtungen würde für das Unternehmen ein "irreparabler Schaden entstehen". In Arkansas wird das Mittel zusammen mit zwei weiteren Medikamenten bei Hinrichtungen benutzt; es kann zum Herzstillstand führen.

Das Verbot wirft den Zeitplan des Staates durcheinander, der bis zum Ende des Monats ursprünglich acht Inhaftierte hinrichten lassen wollte. Das Vorhaben ist so eng gesteckt, weil dann die Haltbarkeit eines anderen, bei Exekutionen in Arkansas genutzten Medikaments mit dem Namen Midazolam abläuft.

Grays Entscheidung kam nur Minuten nach der Anordnung des obersten Gerichtshofs in Arkansas, eine für Donnerstag geplante Hinrichtung auszusetzen. In der Mitteilung hieß es, einem zum Tode Verurteilten solle vor einer niedrigeren Instanz eine zweite Chance gegeben werden, seine Unschuld in einem Mordfall aus dem Jahr 1993 zu beweisen. In einem neu angeordneten Verfahren solle dabei die DNA-Technik von heutigem Stand eingesetzt werden. Neben dieser Exekution war für Donnerstag noch eine weitere angesetzt, dabei stand die Entscheidung über eine mögliche Blockade zunächst noch aus. Schon am Montag waren zwei Hinrichtungen gestoppt worden.

Die Gruppe der zum Tode verurteilten Inhaftierten hat mehrere Klagen gegen die Vollstreckung der Urteile eingereicht. Unter anderem argumentieren sie, dass der extreme Zeitplan – acht Hinrichtungen in elf Tagen – dem Anstand widerspreche.

US-Bundesstaaten haben zunehmend Nachschubprobleme bei Mitteln, die sie für Hinrichtungen verwenden wollen. Viele Pharmakonzerne wollen nicht mehr, dass mit ihren Substanzen getötet wird und verweigern Lieferungen. In der EU gilt ein Exportverbot für Produkte, die für Hinrichtungen oder zur Folter verwendet werden können.