Eine Splittergruppe des Terrornetzwerks "Islamischer Staat" (IS) beansprucht die Urheberschaft des Angriffs auf einen Bus im ägyptischen Al-Minja für sich. Das teilte die IS-Miliz über ihren Informationskanal Amaq mit.

Vermummte hatten am Freitag, vor Beginn des Fastenmonats Ramadan, den Bus einer christlichen Reisegruppe beschossen und dabei mindestens 29 Menschen getötet. Unter den Opfern waren auch mehrere Kinder. Die Kopten wollten zu einem Kloster in der Provinz Al-Minja, etwa 220 Kilometer südlich von Kairo.

Die Dschihadistenmiliz hat der größten christlichen Gemeinde im Nahen Osten den Kampf angesagt. Sie werfen den Kopten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 unterstützt zu haben. Der koptischen Minderheit gehören rund zehn Prozent der 90 Millionen Ägypter an.

Die ersten der Opfer wurden in der Stadt Maghagha beerdigt. An der Trauerfeier nahmen Tausende Menschen teil. Sie forderten von Präsident Abdel Fattah al-Sissi einen besseren Schutz für die Glaubensgruppe.

Die ägyptische Luftwaffe hatte nach dem Anschlag Ausbildungslager von Dschihadisten im Nachbarland Libyen bombardiert. Präsident Al-Sissi sagte in einer Fernsehansprache, Ägypten werde nicht zögern, weitere Terroristencamps anzugreifen.

Papst Franziskus hatte sich "tief betrübt" über die "barbarische" Gewalttat geäußert. Der Anschlag ereignete sich knapp einen Monat nach dem Ägypten-Besuch des Papstes, der zur Eintracht zwischen Christen und Muslimen aufgerufen hatte. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte das Attentat. US-Präsident Donald Trump sagte, der Angriff stärke die Entschlossenheit der USA, gemeinsam mit anderen Staaten den Terrorismus zu bekämpfen.

In den vergangenen Wochen waren bei mehreren Angriffen auf koptisch-orthodoxe Kirchen Dutzende Menschen getötet worden. Anfang April kamen bei Anschlägen in Alexandria sowie in Tanta nördlich von Kairo insgesamt 45 Menschen ums Leben. Zu der Tat hatte sich auch damals der IS bekannt. Staatschef Al-Sissi rief daraufhin einen dreimonatigen Ausnahmezustand aus.