Bei einem Bombenanschlag auf ausländische Soldaten in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens acht Menschen getötet worden. 25 weitere Zivilisten sowie drei Soldaten seien bei dem Anschlag in der Nähe der US-Botschaft verletzt worden, sagten das örtliche Gesundheitsministerium und ein Militärsprecher. Der Sprengsatz explodierte im dichten Morgenverkehr, als ein Konvoi mit Militärfahrzeugen, die von der Nato genutzt werden, vorbeifuhr.

In afghanischen Medienberichten und auf Bildern in sozialen Medien waren zwei ineinander verkeilte schwere Panzerfahrzeuge zu sehen. Sie sollen jedoch kaum beschädigt worden sein, da die stark gesicherten Fahrzeuge auch großen Explosionen standhalten können. Militärangaben zufolge fuhren die Fahrzeuge nach dem Anschlag wieder zu ihrem Stützpunkt zurück. Die Streitkräfte der Koalition nutzen die geschützten Patroullienfahrzeuge für Fahrten in Kabul. Der Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, sagte, dass sich der Anschlag gegen den internationalen Militärkonvoi gerichtet habe. Der US-Militärsprecher Bill Salvin bestätigte, dass drei Soldaten verletzt worden seien.  

Zum Zeitpunkt des Anschlags am Morgen (Ortszeit) waren an dem belebten Verkehrsknotenpunkt um den Massud-Platz, nahe der US-Botschaft, Tausende Menschen auf den Weg zur Arbeit. In der Gegend arbeiten viele Menschen bei Regierungsinstitutionen, der oberste Gerichtshof des Landes und mehrere Ministerien liegen in der Nähe. Bilder zeigten eine dunkle Rauchwolke am Himmel.

Die Nachrichtenagentur der Terrormiliz "Islamischer Staat", Amak, veröffentlichte eine Meldung, in der es unter Berufung auf eine "Sicherheitsquelle" heißt, dass ein "Märtyrer" des IS seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen gezündet habe. Quellen der Nato-Mission Resolute Support hingegen berichteten, Ursache der Explosion sei ein am Straßenrand verborgener Sprengsatz gewesen.

Die radikalislamischen Taliban, aber auch der IS haben in Kabul seit Jahresbeginn mindestens fünf große Anschläge verübt und dabei mehrere hundert Zivilisten getötet und verletzt. Die Taliban hatten Ende April den Beginn ihrer jährlichen "Frühjahrsoffensive" verkündet. Die Nato-Staaten, die ihren Kampfeinsatz Ende 2014 offiziell beendeten, haben wegen der wiedererstarkten Taliban derzeit noch mehr als 13.000 Soldaten der Nato-Mission Resolute Support in Afghanistan stationiert.