Menschenrechtler sind weltweit tödlicher Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt. Das geht aus einem Bericht hervor, den Amnesty International veröffentlicht hat. Demnach wurden mindestens 281 Aktivisten im vergangenen Jahr wegen ihrer Arbeit getötet – im Jahr 2015 starben 156 Menschen.

Der Bericht Human Rights Defenders under threat: a shrinking space for civil society dokumentiert die Arbeit von Aktivisten. Er zeigt die Angriffe auf Arbeit, Gesundheit und Leben der Aktivisten. Die Menschenrechtsorganisation sieht einen "Frontalangriff von Regierungen, bewaffneten Gruppen, Konzernen und anderen Mächtigen". Gerade in autoritären Staaten gebe es eine ständige Bedrohung. "In Ländern wie Ägypten, China, Russland oder Indien gehen Regierungen gegen die Zivilgesellschaft vor, als sei der Einsatz für die Menschenrechte ein Verbrechen", sagte Andrea Berg, Leiterin des Bereichs Politik bei Amnesty in Deutschland.

Menschenrechtler würden illegal überwacht und ihre Rechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit beschnitten. "Sie werden zum Ziel staatlicher Hetzkampagnen, sie werden als Kriminelle oder aus dem Ausland kontrollierte Agenten diffamiert", sagte Berg. Der Einsatz für die Menschenrechte sei eine Grundvoraussetzung für ein gerechteres Zusammenleben. "Menschenrechtsverteidiger erfüllen eine entscheidende Kontrollfunktion in allen Gesellschaften, diese Aufgabe kann nicht wichtig genug eingeschätzt werden."

Nach den Recherchen von Amnesty International wurden im vergangenen Jahr in 22 Staaten Menschenrechtler umgebracht. In 68 Ländern kam es demnach zu Verhaftungen und in 94 zu Bedrohungen und Angriffen. Zudem zählte Amnesty 63 Staaten, in denen Kampagnen gegen Menschenrechtler initiiert wurden. Insbesondere in Mexiko und Russland gebe es Netzwerke im Internet, die Falschinformationen verbreiten und beispielsweise Journalisten in Verruf bringen würden.