1. Mai - Tausende Menschen demonstrieren in Berlin In Berlin-Kreuzberg ist es bei den Mai-Protesten vereinzelt zu Konflikten zwischen den Demonstranten und der Polizei gekommen. Tausende zogen durch die Straßen. © Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Bei Demonstrationen zum Ersten Mai gab es in Berlin gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Im Stadtteil Kreuzberg wurde die Polizei bei der "Revolutionären 1.-Mai-Demonstration" linker und linksextremer Gruppen mit Flaschen beworfen. Nach Angriffen mit Fahnenstangen setzten die Einsatzkräfte Pfefferspray ein. Mehrere Polizisten wurden nach Behördenangaben verletzt. Es kam laut Polizei zu etwa 40 Festnahmen.

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt zeigte sich trotz der Zusammenstöße zufrieden. Das Konzept sei voll aufgegangen, sagte er im rbb-Fernsehen. Die Demonstration war erstmals nicht angemeldet worden. Laut Kandt liefen rund 8.000 Demonstranten in dem Zug mit, der nach etwa zwei Stunden am Spreewaldplatz endete. Etwa 300 Demonstranten wurden als gewaltbereit eingestuft, rund 800 als deren Unterstützer. Die Polizei war mit bis zu 5.400 Kräften im Einsatz.

Der SPD-Innenexperte und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses Tom Schreiber wurde bei der Demonstration eigenen Angaben zufolge attackiert. "Ich wurde gezielt angegriffen", schrieb er auf Twitter. Ein Mann sei mit einer Flasche auf ihn losgegangen, so Schreiber. Ein anderer habe ihm Schläge angedroht. Er sei unverletzt geblieben. Die Identität der Angreifer war unbekannt. Innensenator Andreas Geisel (SPD)  betonte, es sei unerträglich, wenn Abgeordnete angegriffen würden. Die Gewerkschaft der Polizei twitterte: "Gewalt gegen Abgeordnete ist Angriff auf Demokratie."

MyFest mit 200.000 Besuchern

Der Protestzug, der auch über Teile des Straßenfestes MyFest führte, war ohne Polizei gestartet. Als es dann immer aggressiver wurde, begleiteten Beamte die Demonstranten. Innensenator Geisel sagte, das Konzept der Deeskalation sei aufgegangen. Er verteidigte die Entscheidung, die Demonstration trotz der verweigerten Anmeldung zu tolerieren. Die Maikrawalle in Kreuzberg hatten erstmals vor 30 Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Sie nahmen in den Vorjahren aber deutlich ab.

Das traditionelle MyFest feierten laut Geisel rund 200.000 Menschen. Es herrschten dichtes Gedränge und gute Stimmung. Wegen möglicher Terrorgefahr waren die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Am Tag der Arbeit haben auch Tausende Menschen für eine solidarische Gesellschaft demonstriert. Unter dem Motto "Wir sind viele, wir sind eins!" folgten sie dem traditionellen Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Brandenburger Tor. Nach DGB-Angaben nahmen insgesamt etwa 14.000 Menschen teil.