Großbritannien - Prinz Philip zieht sich zurück Ab Herbst will der Ehemann der Queen keine offiziellen Auftritte mehr absolvieren. Ausnahmen könne es geben. © Foto: Peter Nicholls/Reuters

Prinz Philip, der Mann der britischen Königin Elizabeth II, wird sich ab Herbst weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Das gab der Buckingham Palace bekannt. Der 95-Jährige habe sich entschieden, nur noch bis August öffentliche Termine wahrzunehmen. Danach werde er keine "neuen Einladungen zu Besuchen oder anderen Verpflichtungen" mehr annehmen. Allerdings werde Philip möglicherweise auf eigenen Wunsch von Zeit zu Zeit an bestimmten öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen.

Die Entscheidung des Duke of Edinburgh wird laut Mitteilung von der Queen unterstützt. Eine Begründung für den weitgehenden Rückzug nannte der Buckingham Palace nicht.

Prinz Philip wird am 10. Juni 96 Jahre alt. Er ist seit fast 70 Jahren mit Königin Elizabeth II. verheiratet, seit ihrer Thronbesteigung im Februar 1952 steht er ihr als Prinzgemahl zur Seite. Derzeit ist er Pate, Vorsitzender oder Mitglied von mehr als 780 Organisationen. Er werde diese weiter unterstützen, aber keine "aktive Rolle" mehr spielen, hieß es in der Erklärung.

Der "erfahrenste Gedenktafel-Enthüller der Welt"

Die Queen selbst hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Verpflichtungen wie etwa Ehrenämter, Schirmherrschaften und Auslandsreisen an ihre Familie abgegeben. Trotz ihrer 91 Jahre ist sie aber nach wie vor auf zahlreichen Terminen und will ihr geplantes Programm unverändert absolvieren. "Ihre Majestät wird das volle Programm ihrer offiziellen Verpflichtungen fortführen mit der Unterstützung der königlichen Familie", hieß es dazu in der Erklärung des Buckingham Palace. Noch am Mittwochnachmittag hatte sich die Queen mit Premierministerin Theresa May im Palast getroffen. May hatte sie – wie traditionell üblich – über die Auflösung des Parlaments unterrichtet, das am 8. Juni neu gewählt werden soll.

Am Morgen hatte der Buckingham Palast alle königlichen Angestellten zu einem Treffen einberufen und damit Spekulationen über den Gesundheitszustand der Queen oder ihres Mannes ausgelöst. Auch wenn solche Versammlungen nicht ungewöhnlich sind, versammelten sich vor den Palasttoren viele Schaulustige und Fernsehteams.

Sorgen über ihren Gesundheitszustand begleiteten sowohl die Queen als auch Prinz Philip bei ihren noch immer vielen Auftritten. Zuletzt musste Elizabeth II an Weihnachten wegen einer schweren Erkältung öffentliche Termine absagen. Am Mittwoch wirkten aber sowohl die Königin wie auch ihr Mann bei getrennten öffentlichen Auftritten wohlauf. Bei der Einweihung einer neuen Tribüne im Londoner Kricketstadion Lord's Cricket Ground scherzte der für sein lockeres Mundwerk bekannte Prinz, er sei der "erfahrenste Gedenktafel-Enthüller der Welt". Zu einem historischen Kricketschläger sagte er anschließend, dieser sehe aus wie eine "Offensivwaffe".