Internationale Ermittler sind gegen einen weltweiten Kinderpornoring vorgegangen. Wie die Europäische Polizeibehörde (Europol) und die US-Bundespolizei FBI mitteilten, wurden rund 900 Menschen in mehreren Ländern festgenommen, knapp 370 davon in Europa. Den Beamten gelang es zudem, 296 sexuell missbrauchte Kinder zu identifizieren oder zu retten, 55 davon allein in den USA.

Die Ermittlungen zielten demnach auf eine Internetplattform im Darknet, die eine große Anzahl von Kinderpornos anbot. Mit 150.000 Nutzern soll sie eine der größten Plattformen weltweit sein.

Ursprünglich gestartet wurde die Seite im Jahr 2014. "Wir bemerkten es wenig später – aber wir konnten nichts tun", sagte Dan Alfin vom FBI. Erst im vergangenen Dezember machte der Gründer der Plattform einen Fehler und eröffnete den Ermittlern so Zugang zur IP-Adresse, die in den USA registriert war. "Den Hinweis bekamen wir von Kollegen aus dem Ausland", sagte Alfin.

Ermittlungen über zwei Jahre

Anschließend wurde international ermittelt. Unter Federführung des FBI begann die Suche nach den Nutzern der Seite, Europol koordinierte dabei die Ermittlungen in Europa. Insgesamt dauerte die bislang geheim gehaltene Operation mehr als zwei Jahre. 

Inzwischen wurden die drei Hauptbetreiber der Plattform in den USA zu Gefängnisstrafen von bis zu 30 Jahren verurteilt. Dem FBI zufolge wurden allein in den USA 25 Menschen angeklagt, die Kinderpornografie produziert haben sollen. Gegen 51 weitere wurde Anklage wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben.