Rund 63.000 Asylbewerber in EU-Staaten sind 2016 als unbegleitete Minderjährige eingestuft gewesen. Mit 80 Prozent ist ein Großteil dieser Asylbewerber männlich, teilte das EU-Statistikamt Eurostat mit. Außerdem stünden mehr als zwei Drittel mit einem Alter von 16 bis 17 Jahren kurz vor der Volljährigkeit. Nur zehn Prozent der EU-weit erfassten, unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber seien unter 14 Jahren alt. Mehr als ein Drittel stamme aus Afghanistan, etwa ein Fünftel aus Syrien. 

Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen wurde Eurostat zufolge in Deutschland registriert. Das ist etwa ein Drittel weniger als im Vorjahr. 2015 seien noch fast 96.000 Kinder und Jugendliche EU-weit als alleinreisend erfasst worden, hieß es. Trotzdem liege die Registrierungszahl etwa fünfmal höher als der jährliche Durchschnitt im Zeitraum von 2008 bis 2013. Damals wurden rund 12.000 unbegleitete Minderjährige pro Jahr in der EU registriert.

Nach Angaben der Europäischen Kommission ist jeder dritte Schutzsuchende in der EU minderjährig. Allein 9.000 von ihnen gelten in Deutschland als vermisst. Deshalb hatte die EU-Behörde in der Vergangenheit gefordert, dass vermisste Kinder systematisch erfasst und Informationen über sie zwischen den Mitgliedstaaten ausgetauscht werden sollen. Bisher sind sich die Mitgliedstaaten jedoch uneins.

Minderjährige Flüchtlinge - "Er hilft mir – und ich helfe ihm" Etwa 60.000 Minderjährige flohen im vergangenen Jahr ohne ihre Eltern nach Deutschland. Auch der 17-jährige Hamud kannte in München niemanden. Bis er Felix traf. Ein Beitrag aus der Webdokumentation “Fremde Freunde”, die mit dem Reportagepreis für junge Journalistinnen und Journalisten 2015 ausgezeichnet wurde. (http://afklab.pageflow.io/fremde-freunde)