Noch immer leben etwa 15.000 Flüchtlinge in Deutschland in Notunterkünften. Das geht aus einer Umfrage des Spiegel in den 16 Bundesländern hervor. Demnach haben es die meisten Bundesländer geschafft, die Notquartiere zu schließen und die Menschen in besseren Unterkünften unterzubringen. Vor einem Jahr lebten noch knapp 70.000 Flüchtlinge in Notunterkünften.

Die meisten Notquartiere betreibt demnach Berlin, wo 13.400 Flüchtlinge in Sammelunterkünften beherbergt werden. Davon seien mehr als 15 Prozent, nämlich 2.100 Menschen, "prekären" Lebensbedingungen wie etwa eingeschränkter Privatsphäre in Hallen mit notdürftigen Trennwänden ausgesetzt.

Vor einem Monat hatte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) gesagt, dass "die elende Lebenssituation" der Berliner Flüchtlinge in den Turnhallen nun beendet sei. Seit September 2015 hatte die Stadt in 63 Sporthallen Notquartiere eingerichtet, zeitweise mussten dort mehr als 10.000 Menschen ausharren. Ende März wechselten die letzten 78 von ihnen im Bezirk Pankow in Gemeinschaftsunterkünfte.

In Nordrhein-Westfalen leben gemäß der Umfrage noch 1.600 Menschen in Notunterkünften, in Hamburg 600.

Zahl der Ausreisen könnte weiter steigen

Dem Bericht des Spiegel zufolge haben außerdem mindestens 80.000 Menschen Deutschland im vergangenen Jahr wieder freiwillig verlassen, teils mit staatlicher Geldunterstützung. Wie der Spiegel schreibt, könnte sich die tatsächliche Zahl der freiwilligen Rückkehr sogar jenseits der 80.000 bewegen, da die Bundesländer die Ausreisen oftmals nicht lückenlos erfassen. Die Zahl ist damit deutlich höher, als die offiziellen Angaben der Bundesregierung, wonach 54.000 Menschen freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt sind

Außerdem gab es nach Angaben der Regierung 2016 etwa 25.000 Abschiebungen. Demnach haben mehr als drei Mal so viele Menschen Deutschland freiwillig verlassen als abgeschoben wurden.

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745.000 Asylanträge

Ob freiwillig, mit finanzieller Hilfe oder gezwungenermaßen durch Abschiebung: Die Zahl der Flüchtlinge, die Deutschland verlassen, könnte noch weiter steigen. Dem Ausländerzentralregister zufolge leben aktuell mehr als 200.000 ausreisepflichtige Menschen in Deutschland. Wie die Unternehmensberatung McKinsey prognostiziert, könnte die Zahl bis zum Ende des Jahres auf fast 500.000 steigen.

Obwohl im vergangenen Jahr 280.000 Menschen nach Deutschland eingereist sind, gingen beim Bundesamt für Flüchtlinge 745.000 Asylanträge ein – die höchste Zahl seit mehr als 60 Jahren. Die im Vergleich zu den Einreisen sehr hohe Zahl rührt daher, dass viele Menschen erst lange nach ihrer Ankunft in Deutschland einen Asylantrag stellten oder stellen konnten. 2015 hatten 890.000 Menschen Asyl beantragt.