Das höchste Gericht Italiens hat in letzter Instanz entschieden: Francesco Schettino, der ehemalige Kapitän der havarierten Costa Concordia, muss für 16 Jahre ins Gefängnis. Damit bestätigte der Oberste Kassationshof das Urteil eines Berufungsgerichts vom Ende Mai vergangenen Jahres. Nach Angaben seines Anwalts trat der 56-Jährige unmittelbar nach der Entscheidung seine Haft im Rebibbia-Gefängnis in Rom an.

Der Kassationshof ist die letzte Berufungsinstanz in Italien. Schettino will laut seinem Anwalt die Urteilsbegründung abwarten und gegebenenfalls vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Schettino hatte die Costa Concordia, einen Luxusliner, im Januar 2012 zu nah an eine Insel gesteuert. 32 Menschen starben bei dem Unglück, darunter 12 Deutsche. Als das Kreuzfahrtschiff mit insgesamt 4.229 Menschen an Bord kenterte, war Schettino einer der ersten, die es verließen. Er sei von Bord gefallen und zufällig in einem Rettungsboot gelandet, begründete er. Dafür erntete er Hohn und Spott. Im Prozess hatte er seiner Besatzung die Hauptschuld an der Tragödie gegeben.     

Prozess über Jahre

Das Gerichtsverfahren gegen Schettino hatte sich über Jahre und mehrere Instanzen hingezogen: Im Februar 2015 war der ehemalige Kapitän zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. In der Urteilsbegründung hieß es, er habe sich der mehrfachen fahrlässigen Tötung schuldig gemacht. Die Anklage hatte eine Haftstrafe von 26 Jahren und drei Monaten gefordert, Schettinos Anwälte einen Freispruch. Sie gingen in Berufung.

Im Mai 2016 bestätigte das Berufungsgericht in Florenz die 16-jährige Haftstrafe und wies damit die Forderung der Anklage nach einer Erhöhung des Strafmaßes auf 27 Jahre und drei Monate ebenso zurück wie das Verlangen der Verteidigung nach einem Freispruch. Doch Schettino zog in eine weitere Instanz – und auch die Staatsanwaltschaft legte erneut Berufung ein.