Der Anführer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Afghanistan, Abdul Hasib, ist bei einem Angriff afghanischer Einsatzkräfte und US-Militärs getötet worden. Das haben der afghanische Präsidentenpalast sowie das US-Verteidigungsministerium mitgeteilt. Die Operation in der Provinz Nangarhar habe bereits vor einer Woche stattgefunden, einen Tag nachdem zwei US-Soldaten in Afghanistan gestorben waren.

US-Militärs sprachen von 35 IS-Kämpfern und "mehreren weiteren ranghohen Vertretern", die bei dem Einsatz getötet worden seien. Der Tod Hasibs und seiner Vertrauten könne den IS am Hindukusch "bedeutend" schwächen und rücke das Ziel der Zerstörung der Miliz noch in diesem Jahr näher, hieß es weiter.

Der Unterschlupf Hasibs lag nahe einem Tunnelkomplex, auf den die USA am 13. April ihre größte nicht atomare Bombe abgeworfen hatten. Dabei waren nach afghanischen Angaben 92 IS-Kämpfer getötet worden. Das Pentagon schätzt die Zahl der noch verbliebenen IS-Kämpfer in Afghanistan auf rund tausend.

Nach Angaben des Pentagons war Hasib persönlich für einen Angriff auf ein Militärkrankenhaus in Kabul im März verantwortlich, bei dem 49 Menschen getötet und 76 weitere verletzt wurden. "Hasib hat auch Kämpfer angewiesen, örtliche Stammesvorsteher vor den Augen ihrer Familien zu enthaupten", heißt es in dem Pentagon-Statement weiter.

"Ich ziehe den Hut vor den außergewöhnlichen Fähigkeiten unserer afghanischen Partner", sagte der Kommandeur der US-Kräfte in Afghanistan, General John Nicholson. "Dieser Kampf stärkt unsere Bemühungen, Afghanistan den Terroristen zu entreißen und diesem großartigen Land Frieden und Stabilität zu bringen", betonte er.