Nach dem Anschlag von Manchester rücken die Ermittler von ihrer These ab, dass der Selbstmordattentäter von einem Terrornetzwerk unterstützt wurde. Der 22-jährige Salman Abedi habe die meisten Bauteile für seinen Sprengsatz nachweislich selbst besorgt, sagte Russ Jackson von der Antiterrorpolizei. In einer Polizeimitteilung auf Twitter heißt es weiter, Abedi habe von seiner Einreise bis zum Anschlag vier Tage später "viele Bewegungen und Handlungen allein vorgenommen". Ganz auszuschließen sei ein Netzwerk dennoch nicht.

Bei einem Konzert der US-Popsängerin Ariana Grande in der Manchester Arena hatte der Attentäter 22 Menschen getötet, darunter viele Jugendliche. Die Polizei äußerte zunächst die Vermutung, ein größeres Terrornetzwerk stecke hinter der Attacke. Bei Dutzenden Hausdurchsuchungen nahm sie zahlreiche Verdächtige fest. Die IS-Miliz reklamierte die Tat für sich.

Gegen elf Verdächtige wird noch ermittelt

Inzwischen ließ die Polizei drei Festgenommene wieder frei. Gegen die Männer im Alter von 20, 24 und 37 Jahren werde nicht weiter ermittelt, teilte die Polizei mit. Elf Verdächtige befinden sich demnach noch in ihrem Gewahrsam.

Die Ermittler suchen unterdessen nach einem blauen Koffer, mit dem der Attentäter auf Überwachungsbildern wenige Stunden vor der Tat zu sehen sein soll. Das Gepäckstück sei zwar nicht bei der Attacke benutzt worden, für die Ermittler aber dennoch von Interesse, hatte Jackson zuvor gesagt. Nach dem Sprengstoffanschlag waren lediglich Reste eines Rucksacks am Tatort gefunden worden.