Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat einen islamfeindlichen Angriff auf den Bauplatz der geplanten Erfurter Moschee als "abstoßend" verurteilt. Am Montag waren im Ortsteil Marbach auf Holzpfählen aufgespießte Schweinekadaver entdeckt worden. "Das zeigt die geistige Haltung von solchen Tätern", schrieb Ramelow auf Twitter: "Keinen Respekt vor Glaubensfragen und Religionsfreiheit."

Auf dem Grundstück plant die muslimische Ahmadija-Gemeinde den Bau einer Moschee. 

Auf den bis zu 1,5 Meter hohen Spießen seien unter anderem ein halber Schweinekopf, Schweinepfoten und Innereien angebracht worden, teilte die Polizei mit. Muslimen ist es nach der islamischen Lehre verboten, Schweinefleisch zu essen.

Nach Polizeiangaben führt der Staatsschutz der Kriminalpolizei die Ermittlungen. Gegen den Moscheebau  hatte es bereits in der Vergangenheit Proteste gegeben. Moschee-Gegner hatten auf einem Nachbargrundstück große Holzkreuze errichtet. Beteiligt waren auch Aktionisten der Identitären Bewegung, die der Verfassungsschutz beobachtet. Die Thüringer AfD versucht, den Bau der Moschee auf politischem Weg zu verhindern

Auch am Ort einer geplanten Moschee in Leipzig hatten Islamgegner Schweineköpfe aufgespießt.