Die Bundesanwaltschaft hat vor dem Oberlandesgericht Dresden Anklage gegen den 41-jährigen Daniel A. und den 29-jährigen Marcel L. erhoben. Sie werden beschuldigt, eine terroristische Vereinigung gegründet zu haben und dort als Mitglieder tätig gewesen zu sein. Zudem wird ihnen die Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Die beiden Männer sollen führende Positionen innerhalb der OSS eingenommen haben.

Bei der Vereinigung handelt es sich um die sogenannte Oldschool Society (OSS), ein Zusammenschluss von gewaltbereiten Rechtsextremen, die vor allem über Messengerdienste Kontakt miteinander hielten. Über die Kommunikationskanäle von WhatsApp und Telegram tauschten sich die Mitglieder der Gruppe über ihre Ziele aus und warben zusätzlich über Facebook um neue Mitglieder.

Laut Bundesanwaltschaft waren die OSS-Mitglieder spätestens seit Januar 2015 darauf aus, "ihre rechtsextremistische Ideologie durch terroristische Anschläge insbesondere in Form von Brand- und Nagelbomben umzusetzen". Ein erster Anschlag war demnach für Anfang Mai 2015 bei Borna geplant. Durch die Ermittlungen konnte dieser aber verhindert werden. Im Zuge von Durchsuchungen wurden bei den nun Angeklagten ein Schlagring und ein Butterflymesser gefunden, für die sie jeweils keine Erlaubnis besessen hatten.

Bereits im März hatte das Oberlandesgericht München vier OSS-Mitglieder zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten Sprengstoffanschläge mit Brand- und Nagelbomben sowie Übergriffe auf Salafisten, Moscheen und Asylbewerber geplant und vorbereitet haben.

Ermittler schildern die Verurteilten als fanatisch rassistisch und auf Gewalt programmiert. Die OSS soll wie eine Rockergang gewesen sein. Ihr Vorbild soll der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) gewesen sein, der für mehrere Morde an Ausländern verantwortlich gemacht wird. Anders als Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe agierte die OSS nicht im Untergrund, sondern trat auch nach außen mit allgemeinen, politisch rechtsgerichteten Themen auf. Anschlagsplanungen und andere Zeichen der Radikalisierung blieben aber gruppenintern.