Ein Laptopverbot für Flüge aus Europa in die USA wird offenbar noch immer diskutiert. Das Heimatschutzministerium wies Medienberichte, nach denen das Verbot doch nicht auf europäische Flüge ausgeweitet werden soll, als "falsch" zurück. "Diese Berichte sind absolut falsch", sagte ein Ministeriumssprecher. Die USA hätten noch nicht über ein Laptop-Verbot in Flugzeugkabinen von Europa in die Vereinigten Staaten entschieden, teilte das US-Heimatschutzministerium nach einem Telefonat zwischen Heimatschutzminister John Kelly und den für Innere Sicherheit und Flugsicherheit zuständigen EU-Kommissaren Dimitris Avramopoulos und Violeta Bulc mit. 

Zuvor hatten Medien berichtet, die USA würden von ihrem Verbot für Laptops auf Flügen von Europa absehen. Die Nachrichtenwebsite Politico berief sich dabei auf eine nicht näher genannte Quelle aus der US-Regierung. Die Entscheidung gegen das Verbot sei nach dem Telefonat zwischen Kelly, Avramopoulos und Bulc gefallen. Die Deutsche Presse-Agentur hatte ebenfalls über das Gespräch in Brüssel berichtet, dessen Inhalt nun vom Heimatschutzministerium dementiert wird.

US-amerikanische Terrorexperten fürchten Sprengstoffanschläge mit elektronischen Geräten. Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte ein Elektronikverbot im Handgepäck im März für Direktflüge von zehn Flughäfen in die Vereinigten Staaten verhängt. Alle acht betroffenen Länder befinden sich im Nahen Osten oder in Nordafrika. Verboten sind sämtliche Geräte, die größer als Mobiltelefone sind – also Laptops, Tabletcomputer, E-Book-Reader und Kameras. Die Geräte können jedoch im Gepäck verstaut werden, das aufgegeben wird und nicht in der Kabine lagert. Großbritannien führte ähnliche Bestimmungen für Direktflüge aus dem Nahen Osten und Nordafrika ein.

Die Überlegungen der USA gehen auf Geheimdienstinformationen zurück. Terrororganisationen sollen Methoden entwickelt haben, um Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten zu verbergen.