Die amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning wird am Mittwoch aus dem Militärgefängnis entlassen. Sie war 2010 verhaftet und im Jahr 2013 zu 35 Jahren Haft verurteilt worden, weil sie 200.000 geheime Dokumente an die Plattform WikiLeaks weitergeleitet hatte. Nach jahrelangen Protesten und Petitionen hatte US-Präsident Barack Obama ihre Strafe 2016 auf sieben Jahre reduziert. Wie die American Civil Liberties Union (ACLU) mitteilte, die Manning juristisch unterstützt, kommt sie nun frei.

Manning werde vorerst keine Interviews geben, schrieb die ACLU. Die Organisation verbreitete aber eine Botschaft der Frau, die das US-Militär als Verräterin betrachtet, die viele andere Menschen weltweit aber für eine Heldin halten: "Zum ersten Mal kann ich für mich eine Zukunft als Chelsea sehen", schrieb sie demnach. "Freiheit war bisher für mich etwas, das ich mir erträumte, das ich mir aber nie erlaubte, es mir so richtig vorzustellen. (…) All den Menschen, die mich am Leben gehalten haben, Präsident Obama, meinen Anwälten und den zahllosen Unterstützern, werde ich für immer dankbar sein."

Manning habe die längste Strafe aller Whistleblower in den USA abgesessen, schrieben ihre Anwälte Nancy Hollander und Vincent Ward. "Sie war viel zu lang, viel zu hart, viel zu drakonisch" für eine Soldatin, die so viel riskiert habe, um Informationen zu veröffentlichen, die dem Interesse aller dienten.

Dank Manning war unter anderem bekannt geworden, dass US-Hubschrauberpiloten im Irakkrieg 2007 Zivilisten und Journalisten erschossen hatten. Auch belegten die Dokumente Folter durch US-Soldaten.