Zwei Selbstmordattentäter haben einen Anschlag auf eine schiitische Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul verübt. Dabei töteten sie mindestens vier Menschen und verletzten acht, teilte Kabuls Polizeisprecher mit. Unter den Toten seien drei Zivilisten und ein Polizist.

Der Anschlag ereignete sich gegen 21 Uhr Ortszeit. Schilderungen blieben zunächst widersprüchlich. Der Polizeisprecher sagte, die beiden Attentäter hätten versucht, in die Moschee einzudringen, seien aber der Polizei aufgefallen. Es habe eine Schießerei gegeben und die Angreifer seien in die Küche der Moschee geflohen. Dort hätten sie sich in die Luft gesprengt.

Wer für den Anschlag verantwortlich ist, blieb zunächst unklar. Die islamistischen Taliban bestritten auf Twitter jede Beteiligung an der Attacke. Zu einem ähnlichen Angriff auf eine schiitische Moschee in Kabul im November des vergangenen Jahres hatte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt. Der IS hat in diesem Jahr einige der tödlichsten Angriffe in Kabul für sich reklamiert, unter anderem eine siebenstündige Schießerei in einem Militärkrankenhaus und ein Selbstmordattentat vor einem Gericht, bei denen jeweils viele Menschen starben.

Es wird vermutet, dass die attackierte Moschee im Schiiten-Viertel Dascht-e Bartschi im Westen der Stadt an diesem Abend besonders voll war, weil der 21. Tag des heiligen Fastenmonats Ramadan für Schiiten ein hoher Feiertag ist. Es war der neunte große Anschlag in der afghanischen Hauptstadt seit Jahresbeginn. Seit Januar wurden mehrere Hundert Zivilisten getötet und verletzt.