Die australische Polizei geht davon aus, dass eine Geiselnahme vom Montag in einem Vorort von Melbourne einen terroristischen Hintergrund hat. Die Tat werde als "terroristischer Vorfall" eingestuft, aber nicht als Teil einer größeren Verschwörung, teilte der Polizeichef des Bundesstaats Victoria, Graham Ashton, mit. 

Ein bewaffneter Mann hatte in einem Wohnhaus in Brighton zunächst einen Angestellten der Hausverwaltung erschossen und dann eine Frau als Geisel genommen. Dabei berief er sich auf die Terrormilizen "Islamischer Staat" (IS) und Al-Kaida. Die Polizei stürmte die Wohnung und erschoss den Mann. Drei Polizisten wurden verletzt.

Der IS reklamierte die Geiselnahme danach über seine Propagandaplattform Amaq für sich. Dazu sagte Polizeichef Ashton: Der IS "springt immer auf und erklärt sich verantwortlich, sobald etwas passiert". 

Die Behörden identifizierten mittlerweile den mutmaßlichen Täter. Es soll sich um einen 29-jährigen Australier somalischer Abstammung handeln. Ashton sagte, der Mann sei in einen geplanten Selbstmordanschlag 2009 auf eine Militäranlage involviert gewesen, der aber vereitelt worden war.